Page 10 - Glitterhouse Dezember Katalog
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mandy Barnett –                                      Calexico – The Thread

Strange Conversation  23,95/15,95                    That Keeps Us  21,95/18,95/8,95

LP/CD. Meisterlich zwischen saftigem Swamp-          LP/ltd. 2-CD/CD. Das neunte Studioalbum der

Blues, reifem Roots Rock, dezentem Bar-Jazz und      Lieblingsband aus Tucson, Arizona. Da kann

Country Swing, rumpelnd-rauchigem Vaudeville         natürlich nichts schiefgehen, denn am

und frühem Rock’n’Roll pendelnde Verneigung          Grundkonzept der Vorgänger hat sich nichts

vor der zweiten Generation des American              Wesentliches geändert. Nachdem man meistens

Songbook, von der vollmundig agierenden, in          im heimischen Wavelab-Studio von Craig

allen Stil-Schattierungen faszinierenden Sängerin    Schumacher aufgenommen hat, ist „The Thread

hart auf den fesselnden Fersen einer Bonnie Raitt    That Keeps Us“ diesmal an der Pazifikküste im

aufs delikateste dargereicht. Die Produktionsregie   Norden Kaliforniens entstanden, aber eben doch

von Marco Giovino (Amelia White) und Doug            wieder mit dem gewohnten Producerteam. Wie

Lancio (Patty Griffin, Gretchen Peters) bettet       immer sind auch hier drei, vier Nummern mit

Mandy und ihre handverlesenen Mannen (u.a.           TexMex-, Cumbia- und Rumba-Flavor dabei, ein-

Viktor Krauss/Bass, Tom West/Organ) in ein satt-     mal auch wieder von Joey Burns auf Spanisch

saftiges Klanglager, wie es sonst nur Buddy Miller   gesungen („Flores Y Tamales“). Der Bandname

oder T-Bone Burnett so perfekt aufzuschütteln        („California + Mexico“) ist also mehr denn je

wissen, die Gitarren twangen, steelen und sliden,    Programm dieser ebenso einzigartigen wie bestän-

dass es eine einzige Freude ist. Gewandet in derart  digen Band. (Joe Whirlypop)

perfekte Klangkleider verleiht die in allen          Obacht: Die limitierte CD bietet auf einem

Tonlagen betörende Stimme ausgesuchten Songs         Bonustonträger 7 (sieben) zusätzliche Stücke.

der vergangenen 5 Jahrzehnte neues, fieberndes       kasey Chambers

Leben (mit dabei: More Lovin‘ (Andre Williams),      & The Fireside disciples –

Strange Conversation (Ted Hawkins), Puttin‘ On       Campfire                     21,95

The Dog (Kathleen Brennan/Tom Waits), All            CD. Gutes muss nicht billig sein – wieder einmal

Night (Leslie Phillips), The Fool (Lee               erreicht uns das aktuelle Chambers-Werk über den

Hazlewood)) und zusammen mit Duett-Gast John         weiten Importweg erst Monate nach

Hiatt erlebt auch Sonny Bono’s A Cowboy’s Work       Veröffentlichung, und das zu einem Preis, der den

Is Never Done seine wohlverdiente Wiedergeburt.      Normalkäufer zumindest innehalten lässt. Aber

Köstliche Klassiker-Aufarbeitung. (cpa)              wir Kasey-Knechte sind Kauf-Kummer gewöhnt,

Brother Brothers –                                   auch die langen Lieferzeiten lernten wir geduldig

Some People I Know    19,95/14,95                    zu ertragen, wissen wir doch, dass das händerin-

LP/CD. 18er Debut, kanadische Zwillinge. Die         gende Harren am End belohnt wird. Einem Motto

einen wundervollen 2-stimmigen Gesang (bzw.          gleich schwebt der Albumtitel über der 2018er

himmlische Harmonies) zelebrieren! Zum ganz          Chambers-CD, zelebrieren doch Julie Millers aus-

großen Teil in Balladen (oft von einem leicht        tralische Geistes- & Stimmschwester, ihre drei

melancholischen Schleier umgeben), begleitet von     festen Freunde von der Feuerseite (Brandon Dodd,

akustischer wie E-Gitarre sowie Cello/Geige, nur     Bill Chambers, Alan Pigram) und eine kleine

ab und zu kommt ein Piano, eine Orgel, ein Banjo     Handvoll wohlgewählter Gäste (u.a. an Kasey’s

oder kurz ein Sax hinzu (nur wenig Drums). Folk-     Seite: Emmylou Harris!) hier doch durchweg

Songs, die angenehm reduziert und gern ganz zart     Lagerfeuer-kompatibles Liedgut, knapp bis

erklingen, herrlich poetisch, teils quasi nackt und  knappst, und dennoch bestens besetzt und von bis

wahrhaft betörend, aber auch erwachsen, rund und     zu vierstimmigen Vokal-Harmoniesätzen gekrönt.

organisch (dabei rhythmisch erfreulich beweg-        In klarster Klangatmosphäre, begleitet vom mei-

lich), manchmal ein Prise Edelst-Pop hinzufügen,     sterlich dargebotenen rein akustischen

schon mal tiefe Einsamkeit evozieren. Hier und da    Instrumentarium (Gitarre, Banjo, Weissenborn,

gibt es Spuren (oder mehr) von Simon &               Dobro, Slide-Guitar, Mandoline, Ukulele), zwi-

Garfunkel oder den Everly Brothers, aber im          schendurch auch allein von purer Perkussion

Grunde haben sie solche Vergleiche nicht nötig.      untermalt oder gleich in dreilagiger A Capella-

Jeder einzelne Song (1 Cover dabei) ist top, viele   Reinheit dargereicht, erreichen die 13 naturge-

sind noch „topper“, erstrahlen in großer Tiefe und   wachsenen Weisen eine unmittelbare Intensität,

voller Substanz. Highlights wie das etwas dunkle     die sie in direktester Nähe zu über Jahrhunderte

Angel Island, das wunderbar “offen“ fast freigei-    gereiften Traditionals spielen lässt, obwohl es sich

stig gespielte Ocean´s Daughter (Roots-Musik in      doch durchweg um Chambers-Originale handelt,

erheblicher Vielschichtigkeit/Vielfalt, erhebend,    die die Singer-Songwriterin mit der markanten

faszinierend, rhythmisch klasse), Red & Gold,        Stimme gemeinsam mit ihren Mitstreitern verfas-

Colorado, I´ll Be With You, Banjo Song (ganz         ste. Wieder einmal erweist sie sich dabei als siche-

friedlich, eine super Melodie wie in alten Zeiten –  re Hüterin und Hegerin der lebendigen Country-

was auf mehrere Stücke zutrifft!) – und, völlig      Folk-Tradition, und diese dreizehn zeitlosen

anders als der Rest, das rasende Bluegrass-beein-    Feldaufnahmen sich als gewohnt preiswert. (cpa)

flußte virtuose aufputschende In The Nighttime,

total mitreißend! Eine große Empfehlung! (dvd)
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