Page 10 - Glitterhouse Katalog
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                    depression
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           ryan Bingham –             Angel Island, das wunderbar “offen“ fast freigei-
           American Love Song  28,95/14,95  stig gespielte Ocean´s Daughter (Roots-Musik in
           2-LP/CD. 19er. Nach 4 Jahren Pause endlich was  erheblicher  Vielschichtigkeit/Vielfalt,  erhebend,
                                      faszinierend,  rhythmisch  klasse),  Red  &  Gold,
           Neues, Charlie Sexton co-produzierte (und spielte  Colorado,  I´ll  Be  With  You,  Banjo  Song  (ganz
           vermutlich Gitarre). Seine reizvolle emotionsrei-  friedlich, eine super Melodie wie in alten Zeiten –
           che Stimme sticht wie gewohnt heraus (klasse!),  was  auf  mehrere  Stücke  zutrifft!)  –  und,  völlig
           teils  effektvoll  von  Backing  Vocals  unterstützt  anders als der Rest, das rasende Bluegrass-beein-
           (mit  manchmal  gospel-artigen  Untertönen),  das  flußte  virtuose  aufputschende  In The  Nighttime,
           Songmaterial  ist  großteils  hervorragend,  ein  total mitreißend! Eine große Empfehlung! (dvd)
           gewisses  Southern-Feeling  (entsprechend  seiner
           Herkunft) fast überall präsent, Gitarren dominie-  Hayes Carll –
           ren  die  Begleitung  (meist  akust./elektr.  kombi-  What It Is  29,95/17,95
           niert,  beides  mehrfach  wirkungsvoll  als  Slide,  LP/CD.  19er,  co-produziert  von  Brad  Jones  und
           auch Pedal Steel), Mandoline, Piano ergänzen ab  Alison Moorer (die auch wieder z.T. mitschrieb an
           und zu. Im Vordergrund steht zum einen allumfas-  Songs, neben z.B. Matraca Berg). Nach dem gran-
           sende  Roots-Grandezza,  angerockt,  fast  stamp-  diosen Vorgänger ein weiterer Knaller, doch nun
           fend, saftig und richtig hart rockend, Rock´n´Roll-  wie  schon  früher  mit  höherer  Rock-Infusion.
           angehaucht,  oder  ein  bischen  elegisch/hymnisch  Mehrfach  klassischer  Singer-Songwriter-Country
           samt   ansatzweise   suggestiv-hypnotischer  überragender  Qualität  (und  in  texanischer
           Sogwirkung (großartig!), inkl. geiler kurzer säure-  Tradition), in (nie zu viel) Ruhe und Gelassenheit,
           haltiger  oder  mächtig  scharfer  kurzer  Gitarren-  veredelt  von  exzellentem  unaufdringlich-rei-
           Features, teils moderat bluesig betont. Zum ande-  chem/vielfältigem Saitenspiel, teils auch darüber
           ren  relaxt  schaukelnder  melodisch  infektiöser  hinaus  ausgesprochen  variabel  instrumentiert
           Folk Rock (und mehr), partiell akustisch. Sowie  (selbst  untypische  Bläser  kommen  mal  zum
           diverse   ganz   unterschiedliche   Balladen:  Einsatz)  –  zwischendurch  erinnert´s  mich  etwas
           Vielschichtige   Americana   (mit   leichter  an Guy Clark oder Darrell Scott (der ja 3 Songs
           Blues/R´n´B-Betonung,  herrlich  filigran  und  der  vorigen  LP  co-komponierte). Andere  Stücke
           mehrdimensional arrangiert, hymnisch überhöht);  verarbeiten  dezent  weitere  Roots-Elemente  (u.a.
           spartanisch-intensiver  Songwriter-Country  (ein  R´n´B  bzw.  Blues),  in  rockigem  unaufgeregtem
           Hauch & Townes, deep Southern); multipel root-  oder leicht dringlicherem Rahmen, bis hin zu fet-
           sig (einfühlsam und geradezu zauberhaft, ein fas-  tem Southern Rock-Flair! Oder lassen 70s-Outlaw
           zinierender  Song!);  folkig  betonte  Americana  Country  einfließen,  orientieren  sich  stärker  an
           (ganz  schlicht  doch  enorm  ausdrucksstark).  alten  Country-Traditionen  (akustisch  aber  nicht
           Dylan-esker süffiger freier Roots-Stoff und 2 tolle  wirklich  puristisch,  mit  Zug  und  einem  Hauch
           Deep  Blues-Tracks  (mit  uralten  Wurzeln,  aber  Bluegrass),  es  gibt  eine  betörende  sanfte  höchst
           ohne dort stehen zu bleiben, elektrifiziert, Spuren  gefühlvolle wunderschöne (Americana-) Ballade,
           von Gospel) ergänzen. Je 2,3 Mal fühlte ich mich  einen kontrastbetonten Track zwischen ganz zart
           an  John  Hiatt  sowie  die  beste  Phase  der  Stones  und süffig, der ziemlich old-fashioned wirkt, doch
           (die  Mick  Taylor-Jahre)  erinnert.  Eine  dicke  klar abseits von Country-Mustern (Jacques Brel,
           Empfehlung! (dvd)          meint  das  Info,  weiß  nicht),  einen  Country-
           Brother Brothers –         Rock´n´Roller  (bissig  mit  Schärfe,  Drive  und
           Some People I Know              19,95/14,95  Tempo),  Johnny  Cash-Anklänge  in  knackig-
           LP/CD.  18er  Debut,  kanadische  Zwillinge.  Die  rockig/packend-beschwingt,  und  einen  großarti-
                                      gen wunderbar differenziert ausgestalteten Multi-
           einen  wundervollen  2-stimmigen  Gesang  (bzw.  Roots-(Rock-)Song, der gar nicht soo weit weg ist
           himmlische  Harmonies)  zelebrieren!  Zum  ganz  von  Leuten  wie  Tom  Waits.  Außerordentliche
           großen  Teil  in  Balladen  (oft  von  einem  leicht  Vielfalt  also  –  der  Einflüsse,  des  musikalischen
           melancholischen Schleier umgeben), begleitet von  Gewandes,  der  Instrumentierung  (neben  all  den
           akustischer wie E-Gitarre sowie Cello/Geige, nur  Seiten – zur Hälfte auch E-Gitarre, und Geige –
           ab und zu kommt ein Piano, eine Orgel, ein Banjo  sporadisch Pedal Steel, Piano, Orgel, Harmonica,
           oder kurz ein Sax hinzu (nur wenig Drums). Folk-  Cello,  eine  kleine  Streichergruppe,  Flöte).  Die
           Songs, die angenehm reduziert und gern ganz zart  Stimme ausgesprochen angenehm und charakter-
           erklingen, herrlich poetisch, teils quasi nackt und  voll, die Songs große Klasse! Und: Er wiederholt
           wahrhaft betörend, aber auch erwachsen, rund und  sich  nicht,  ist  stets  auf  der  Suche  nach  neuen
           organisch  (dabei  rhythmisch  erfreulich  beweg-  Ausdrucksmöglichkeiten  (sagt  er  auch  selbst).
           lich), manchmal ein Prise Edelst-Pop hinzufügen,  Einer  der  besten  heutzutage  im  weiten  Singer-
           schon mal tiefe Einsamkeit evozieren. Hier und da  Songwriter-Feld! (dvd)
           gibt  es  Spuren  (oder  mehr)  von  Simon  &
           Garfunkel  oder  den  Everly  Brothers,  aber  im  rosanne Cash –
           Grunde  haben  sie  solche Vergleiche  nicht  nötig.  She Remembers
           Jeder einzelne Song (1 Cover dabei) ist top, viele  Everything                  24,95/16,95/23,95
           sind noch „topper“, erstrahlen in großer Tiefe und  LP/CD/Ltd.  DeLuxe-CD. Auch  wenn  ihre  Rolle
           voller Substanz. Highlights wie das etwas dunkle
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