Page 11 - Glitterhouse Katalog
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                               No Depression             11
      Thousand  Kisses  Deep)  zu  gelassen-gereiftem  Josh ritter –
      Glanz  tragend.  Auf  seiner  Aufnahmereise  quer  Fever Breaks  21,95/14,95
      durch die Welt von wohlbekannten Größen wie M.  LP/CD.  19er,  von  Jason  Isbell  produziert  (der
      Ward,  Anna  Karina,  Gabriel  Naim  Amor,  Pieta  spielte auch Gitarre und steuerte etwas Vocals bei,
      Brown, Kira Skov, The Lost Brothers oder Tochter  und brachte seine komplette Band 400 Unit mit,
      Talula mal vokal, mal instrumental bereichert, lie-  auch  Amanda  Shire  ist  mehrfach  dabei).  Das
      fert uns Gathered ein grandioses Gelb-Werk, wie  Ergebnis  pendelt  zwischen  rockigen  doch  nach-
      wir in dieser reichen Fülle lange Zeit keines mehr  denklichen  Versionen  von Americana  bzw.  zeit-
      erleben   durften.   Reif-kantige   Moment-  gemäßem  Country  Rock;  rundem  organischem
      Bestandsaufnahme einer gelassenen Größe. (cpa)  Roots Pop; zugleich etwas elegischem wie dezent
      Tim o´Brien –              lakonischem  zeitweise  dramatisch  und  beinahe
      Tim O´Brien Band                           14,95  episch  anmutendem  Storytelling,  ganz  in  sich
      CD.  19er,  mit  neuer  (?)  5-köpfiger  Band:  Jan  ruhendem  Songwriter-(Outlaw)  Country  im
      Fabricius, Mike Bub, Shad Cobb, Patrick Sauter,  Geiste der 70er; ziemlich schwerem Roots Rock,
      alles  ganz  vorzügliche  Musiker,  die  u.a.  mit  Neil Young (Crazy Horse, ohne auszuufern frei-
      Leuten  wie  Loretta  Lynn,  Del  McCoury,  Willie  lich)  erstaunlich  ähnlich  oder  ein  bischen  wie
      Nelson, Peter Rowan, Steve Earle, John Prine, Jim  Dylan in ungewöhnlich rockig; quasi malerischem
      Lauderdale spielten (aber auch z.B. John Fogerty,  relaxtem apartem Folk Rock. Immer dabei (inkl.
      Chieftains). Ak.Gitarre, Banjo, Fiddle, Mandoline,  einiger  meist  kurzer  komprimierter  feiner
      Bass,  klassische  Bluegrass-Besetzung  also,  was  Features):  Die  E-Gitarre,  teils  im  Zentrum,  teils
      über  weite  Strecken  auch  den  Stil  kennzeichnet.  (z.B. toll klangmalend oder nur wunderbar punk-
      Wobei  mehrfach  (ur)alte  Folk-Elemente  hinzu-  tierend)  im  Gleichgewicht  mit  Akustikgitarre
      kommen/Appalachen-Einfluß  (oder  eine  Prise  (oder   Dobro)   und   (oder)   Piano
      Trad-grundierter  Songwriter-Country).  3  Tracks  (Orgel/Akkordeon). Ab und zu spielt Shires Geige
      weichen  signifikant  ab:  Ein  pures  Irish-Folk-  eine  sehr  effektive  und  starke  Rolle.  Ein  richtig
      Medley  (Reels,  Traditionals),  Country  im  alten  schönes rundum (auch songwriterisch) qualitativ
      Stil  (eine  von  3  Balladen)  und  ein  feingeistiger  hochwertiges Album! (dvd)
      filigraner  bezaubernder  eklektischer  Mix  aus  Tom russell –
      Country,  Folk  und  Gypsy-(Jazz-)Music  (das  2.  October In The Railroad Earth         14,95
      Instrumental). Nichts an diesem Album ist spekta-  CD.  19er.  Klasse,  natürlich.  Die  Band  verbindet
      kulär, aber alles ganz exquisit, ebenso gespielt und  oft  akust.  und  elektr.  (Bill  Kirchen)  Gitarre,  zur
      gesungen  (seine  tolle  Charakterstimme  gibt  die  Hälfte kommt eine herrliche Pedal Steel hinzu (2x
      traditionelle Bodenhaftung und veredelt zugleich,  reicht  aber  auch  eine  akust.  Gitarre),  Eliza
      die  Harmony  Vocals  agieren  kongenial,  meist  Gilkyson gastiert im Duett. Mehrfach erfreut ein
      ohne groß aufzufallen, fügen aber auch schon mal  gewisses  Johnny  Cash-Flair  (von  dem  stammt
      eine wunderbare eigene Note hinzu). Großteils im  auch das einzige Cover), teils verbunden mit (oder
      schnelleren/mid-tempo-Bereich, manchmal beste-  ersetzt  von)  Bakersfield-Anklängen,  ein  Stück
      chend  feinfühlig/eine  Spur  wehmütig/melancho-  erinnert   mich   ein   wenig   an   Townes.
      lisch,  teils  tiefenentspannt.  Und  einige  Stücke  Elektrifizierter  flotter  recht  vollmundiger  teils
      kommen  traumhaft  schön,  tief  berührend!  Klare  relativ  kerniger  Classic  Country,  emotionsgela-
      Empfehlung! (dvd)          dener eine Spur elegischer bis radikal reduzierter
      amanda rheaume –           balladesker oder etwas wehmütiger (Storytelling-)
      The Skin I’m In      15,95  Songwriter-Country in 70s-Tradition samt Outlaw
      CD.  Nicht  nur  die  erlesene  Begleitmannschaft  Country-Tendenzen der Zeit (in einem Fall nicht
      lässt darauf schließen, dass man der kanadischen  so  weit  weg  von  Guy  Clark),  sowie  handfester
      Singer-Songwriterin   und   ihrem   2019er  kraftvoller  (1x  gar  erstaunlich  harter)  Country
      Studioalbum  (ihrem  ca.  sölften)  in  ihrer  Heimat  Rock stehen (jeweils mehrfach) im Zentrum, dazu
      weit mehr Wertschätzung entgegenbringt als hier-  gesellen sich ein ganz wunderbarer Track in sei-
      zulande, zählen doch u.a. Justin Glasco (Andrew  nem patentierten Tex Mex-Sound (von Akkordeon
      Bird),  Tim  Bovaconti  (Ron  Sexsmith),  Scott  dominiert) und eine nackte zutiefst poetische sehr
      Neubert  und  Jim  Bryson  zu  ihren  Co-  sanfte  Folk-Ballade.  Immer  noch  vorzüglich:
      Komponisten,  für  den  handfesten,  riff-griffigen  Seine  so  typische  Charakterstimme  (auch  und
      Gesamtklang  sorgte  gar  Blue  Rodeo’s  Colin  gerade,  wenn  sie  eine  Spur  gebrochen  wirkt)  –
      Cripps.  Gemeinsam  gelingt  den  vielen  Roots  was auch für die songwriterischen Qualitäten gilt
      Rock-Köchen  bei  aller  Liebe  zu  packenden  (erhebliche Substanz!). Ein rundum ausgezeichne-
      Gitarrenklängen  ein  bemerkenswert  vielschichti-  tes Werk, eine klare Empfehlung! (dvd)
      ges und –gesichtiges Canadamericana-Album, das  molly Tuttle –
      weder  den  gehobenen  (Power-)  Pop-Appeal,  die  When You´re Ready  14,95
      Pub-Rock-Nähen,  noch  die  Desert-Rock-Weiten  CD. 19er. In höchsten Tönen gepriesene Singer-
      scheut,  und  im  klassischen  Country  Rock  eine  Songwriterin  und  Gitarristin  (akust.),  v.a.  in
      ebenso  gute  Figur  abgibt  wie  in  der  seelenvoll-  Bluegrass-Kreisen,  sie  gewann  reihenweise
      solitären E-Gitarren-Ballade. Gesegnet mit einem  Awards (instrumentalist of the year etc.). Mit ihrer
      bemerkenswert  packenden  Liedschmied-Talent  1. vollen Solo-LP geht sie andere/neue Wege, vor
      und einem derart herzwärmenden Timbre wie die  allem  in  Richtung  zeittypischen  US-Americana/
      liebenswerte  Kanadierin,  stehen  hier  bei  aller  Folk  Pop  (oder  Country  Pop),  etwas  gefälliger
      instrumentalen  Pracht  (mit  Betonung  auf  der  produziert, mit Drums und ab und zu auch relativ
      Klangvielfalt des gepflegten Saitenspiels auf elek-  vollmundig, öfters teil-elektrisch (feinst klangma-
      trischen  und  akustischen  Gitarren,  Pedal  Steel,  lend  z.B.),  gern  entspannt  bzw.  recht  ruhig.
      Dobro und Mando-Gitarre) Sängerin und Song im  Zwischendurch  auf  der  einen  Seite  treibender
      Zentrum des ohrenbetörenden Geschehens, wobei  „Bluegrass goes Americana“ (ein bischen Gillian
      die  Stil-Spiel-Lust  der  einprägsam  bestimmten  Welch, ein bischen Alison Krauss) oder feinsinni-
      Protagonistin   gleichermaßen   angenehme  ger  Alt.  Country,  auf  der  anderen  mit  Zug  und
      Erinnerungen  an  Linda  Ronstadt,  Sheryl  Crow  Rock-Gitarren-Einlagen (oder gleich „Americana
      und  Juliana  Hatfield  weckt,  nicht  nur  die  in Rock“). Ihre Gitarre ist fürwahr exquisit, steht
      Harrison-weiche Leadgitarre immer wieder an die  aber nicht so sehr im Vordergrund (mit vorzügli-
      Beatles  denken  lässt  und  auch  die  Traveling  chen  Ausnahmen),  auf  Banjo  verzichtet  sie.
      Wilburys mit im Rheaume-Raum wohnen. Aber es  Sporadisch  Mandoline,  häufig  Piano/Orgel,  zur
      sind die junge Lucinda Williams und vor allem die
      bewegende  Gesangswirkung  einer  Beth  Nielsen  Hälfte Geige/eine kleine Streichergruppe. Ein paar
                                 Balladen kommen erst zum Schluß. Mehrfach gibt
      Chapman,  deren  Seelenverwandtschaft  Amanda  es  Parallelen  zu  Kacey  Musgraves.  Und:  Sie
      am nächsten sind, und nicht zuletzt den Verehrern  besitzt eine einfach schöne Stimme, einige Songs
      der  letztgenannten  sei  dies  song-reife  Wurzel-
      Werk ans Herz gelegt. (cpa)  finde  ich  melodisch  herausragend!  Jason  Isbell
                                 gastiert. (dvd)
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