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                           rose






           bluereCordS












           The Schramms –             edle  Einzigartigkeit  des  melancholischen
           Omnidirectional  21,95/15,95  Melodie-Meisters  anzutasten.  Dabei  reichen  die
           LP/CD.  Mit  allen  alternativen  Wurzelwassern  mal  offensichtlichen,  mal  zwischen  den  Zeilen
                                      schimmernden Verweise von den Byrds bis zu den
           gewaschenes  Singer-Songwriter-Folk-Pop-Roots-
           Rock-Wunderwerk  aus  der  Feder  des  Yo  La  Beatles,  von  Tom  Petty  bis  Kings  Of
                                      Convenience,  aber  es  ist  immer  wieder  die  ver-
           Tengo-Mitbegründers  und  –Leadgitarristen  Dave
           Schramm,  der  –  wie  dies  bereits  siebte  Studio-  blüffende  Nähe  zu  den  besten  Joe  Pernice-
                                      Momenten,  die  Bruntnell’s  Lieder  am  ehesten
           Vollwerk mehr als nachdrücklich belegt – in der
           mittelfesten  Formation  unter  seinem  eigenen  beschreiben  hilft.  Ein  sonnengleißender,  seliger
                                      Songreigen, bleibend in Wert und Wirkung. (cpa)
           guten Namen längst sein bequemes Zuhause und  rich Hopkins & luminarios
           eine  perfekte  Spielwiese  für  seine  herrlich
           grenzarmen Americana-Phantasien gefunden hat.  – Back To The Garden  21,95/14,95
           In der Begleitung der Dauer-Schramms Ron Metz  2-LP/CD. Ein Desert-Staub umwehter, dennoch in
           (Schlagwerk)  und Al  Greller  (Bass)  und  in  den  allen Americana-Farben  gleißender  Roots  Rock-
           erfahrenen  Produktionshänden  von  JD  Foster  Diamant,  wie  ihn  in  dieser  faszinierenden
           (Lucinda  Williams,  Calexico,  Richard  Buckner)  Vielfarbigkeit  wohl  nur  ganz  wenige  erschaffen
           spielte der vielbeschäftige Seiten- & Saitenmann  können. Es mag an der ehrfurchtgebietend aufein-
           ein  wundervoll  vielschichtiges  Wurzel-  &  ander  eingespielten  Luminarios-Mannschaft  lie-
           Wüstenwerk ein, das mühelos zwischen zerbrech-  gen,  an  der  durchweg  prägenden  (Stimm-)
           licher  Kings  Of  Convenience-Zartheit,  seelen-  Strahlkraft  von  Gefährtin  Lisa  Novak,  an  der
           rührender  Joe  Pernice-Perfektion,  romantischer  erfahrungssatten,   seelentief   eindringlichen
           Rufus  Wainwright-Wehmut,  verspielter  später  Songwriting-Kunst  des  Meisters  selbst  oder
           XTC-Kunstfertigkeit,  vielharmonischem  Beach  schlicht  an  der  perfekten  Summe  der  beteiligten
           Boys-  und  flirrendem  Psyche-Pop,  packendem  Teile,  die  diese  Elf-Song-Kollektion  so  strahlen
           Pub- und klarem Country-Rock und griffigen-def-  lässt, aber hier bekommt (nicht nur) der erfahrene
           tigen Crazy Horse-Gitarrenriffs variiert, während  Hopkins-Jünger alles, was er braucht. Das ebenso
           Dave  als  weich-warmherziger  Sänger  auch  in  griffige wie packende, deftige wie wüstenverweh-
           streicherweichen  Balladen  oder  zur  klassischen  te  Rock-  &  Riff-Geschehen  streift  akkord-satt
           Klarinette eine prächtige Vokal-Figur abgibt. Ein  durch die Jahrzehnte des erdig-wurzelverhafteten
           gelungenes Dutzend großartiger Songs, von erfah-  Musikgeschehens, zelebriert, atmet und lebt saf-
           rungsreicher Phantasie beseelt und bemerkenswert  tigste  Crazy  Horse-Akkord-Attacken,  psychede-
           eingängigen  Melodien  gekrönt.  Ein  wahrer  lisch schillernde Power Pop-Passagen, gleißende
           Schmuck  der  weiterhin  lebendigen  Blue  Rose-  Byrds-Saitenkunst, packenden Blues- und ausge-
           Label-Geschichte. (cpa)    lassen  ausgespielten  Southern  Rock,  mit  Lisa‘s
           Peter Bruntnell –          stimmvoller  Hilfe  gibt  es  sogar  berückende
           King Of Madrid       15,95  Bangles-   und   Continental   Drifters-
           CD.  Seligmachendes,  gleichermaßen  von  briti-  Verwandtschaften, und während Rich’s samt-rau-
                                      chige Stimme in der bewegend-berührenden Mitte
           schen  wie  amerikanischen  Wurzeln  geprägtes
           Singer-Songwriteralbum,  dessen  Melodien  mit  zwischen John Hiatt und Joe Pernice vom ersten
                                      Moment  an  unvergessliche  Melodien  ins  Ohr
           jedem neuen Hören wachsen und einen ungeheuer
           nachhaltigen  Nachhall  entfalten.  Seit  Jahren,  ja  raunt,  entsteht  im  Verlauf  der  lückenlosen  Elf-
                                      Song-Perlenkette eine rauh-reife Variante der ewi-
           Jahrzehnten pflegt der britische Liedschmied die
           Kunst der gehobenen Roots-Aufarbeitung, wobei  gen Cosmic American Music, die herzhafte Härte
                                      mit  großem  Gefühl,  faszinierende  Vielfalt  mit
           die  Song-Kleinode  aus  der  kongenialen
           Partnerschaft Bruntnell/Bill Ritchie von Album zu  elektrisierender  Erfahrung  vereint.  Reifes
                                      Kunststück eines wahren Meisters. (cpa)
           Album an Qualität sogar gewinnen, wirken doch  markus rill & The
           die Jahre der Erfahrung sich  hörbar positiv auf die
           auch textlich anspruchsvollen Weisen aus. Aber es  Troublemakers – Songland  14,95
           ist der beeindruckend leichte, dabei spürbar siche-  CD. Als  ob  er  noch  irgendjemandem  im  weiten
           re Umgang mit den Möglichkeiten der wurzelbe-  Roots-Rund  seine  Erfahrung  in  diesem  Genre,
           einflußten  Songwritingkunst,  gepaart  mit  dem  seine  sichere  Hand  für  unvergessliche  Melodien
           hehren  Hang  zur  feinen  Note  britischer  Pop-  oder seine bemerkenswerte Stil-Vielfalt beweisen
           Musik, der die barrierefrei zwischen klassischem  müsste,  erfüllt  der  bewanderte Wurzel-Spezialist
           Country,  Folk,  Roots  Rock  und  Singer-  aus  Würzburg  sein  2019er  Vollwerk  mit  einem
           Songwriter-Pop schwebenden Ohrwürmer so ein-  solchen  Reichtum  an  bleibenden  Songs,  dass  es
           zig  macht,  wobei  die  mal  von  tröstlicher  Steel  auch  beim  zehnten  Hören  noch  fast  ungläubig
           Guitar  beweinten,  mal  von  akustischen  Gitarren  staunen lässt.  Dabei handelt es sich bei dieser rei-
           geerdeten, mal von Keyboard-Klängen umwobe-  fen,  runden,  fast  60-minütigen  Song-Kollektion
           nen  Wunderweisen  sehr  wohl  den  einen  oder  eben  nicht  um  eine  Compilation  oder  Best  Of-
           anderen  adelnden  Vergleich  gestatten,  ohne  die  Zusammenstellung  aus  den  mittlerweile  9  Blue
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