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           Gene Clark –               Hits! Klasse Harmony Vocals durchweg (mal mas-
           No Other            16,95/8,95/19,95/159,95  siv, mal dezent). Dicke Empfehlung! (dvd)
           LP/CD/DeLuxe-2-CD/Super-DeLuxe-Box.  Tim Grimm –
           Ausgerechnet das Label 4 AD widmet 2019 dem  Heart Land Again  15,95
           Zeit  des  Künstler-Lebens  bemerkenswert  unter-  CD. 19er des Singer-Songwriters aus Indiana, der
           schätzten 1974er Asylum-Album seine angemes-  verläßlich hohe Qualität abliefert (und schon mal
           sene  Aufwertung,  wobei  das  Werk  seit  seiner  meistgespielter Interpret im US-Folk-Radio war).
           ersten Veröffentlichung schon mehrere eher kurz-  Hier  mit  einem  Remake  seines  ´99er  Debuts
           lebige Reissues erlebte, darunter auch eine anspre-  (minus 1 Song, plus 2 neue), komplett neu einge-
           chende Rhino-Ausgabe. Verschwand die ein Jahr  spielt. (Meist 2, teils 3) Saiteninstrumente prägen
           nach  der  Byrds-Reunion  entstandene  LP  schon  das Klangbild (v.a. Ak.Gitarre(n), selten elektr., ab
           kurz nach Erscheinen aus den Plattenregalen, so  und  zu  Banjo,  Mandoline;  manch  sehr  schönes
           ist man sich heute über den Wert des Werkes einig:  filigranes  Geflecht!),  ergänzt  hier  und  da  von
           „One of the greatest albums ever made. Initially  Harmonica  oder  Piano,  und  nur  z.T.  von
           celebrated for its obscurity, No Other is now cele-  Percussion oder Drums. Auffällig ist der geringe
           brated for its magnificence. It was in every way a  Balladenanteil  (wenn,  dann  ausgesprochen  poe-
           magnum  opus:  Epic,  sprawling,  poetic,  choral,  tisch und feinfühlig), die Tempi sind tendenziell
           rococo.”  (The  Guardian).  Während  die  Einfach-  etwas  schneller  gehalten,  mal  relaxt  pluckernd,
           Versionen des 4 AD-Reissues die acht Songs der  mal  (ohne  auf  eine  lyrische  Note  zu  verzichten)
           45  Jahre  alten  Kollektion  in  der  frischen Abbey  etwas handfester bzw. satt rollend oder rhythmisch
           Road-Remaster-Fassung bieten, kommt die limi-  ungewohnt betont. Americana, (Alt.) Country und
           tierte,  in  Hardcover-Buchform  erscheinende  Songwriter-Folk  wechseln  sich  ab,  großteils  in
           DeLuxe-Edition mit einer Bonusdisc, die alterna-  absolut zeitloser Form (ein flottes Stück erinnert
           tive Studio-Versionen der Album-Tracks und eine  mich  an  Johnny  Cash),  die  schon  von  früher
           Aufnahme von Train Leaves Here This Morning  bekannten  Anklänge  an  einen  Guy  Clark  oder
           enthält.  Die  preislich  ungleich  anspruchsvollere  John Prine treten manchmal auch hier mehr oder
           Super-DeLuxe-Box beinhaltet das Album als sil-  weniger  deutlich  zu Tage.  Und  seine  ausdrucks-
           berfarbene LP, dazu gibt’s eine 7“-Vinyl-Single, 3  volle  partiell  geschmeidige/etwas  weichere
           SA-CDs (incl. remastertes No Other-Original und  Stimme veredelt alles. (dvd)
           zahlreiche  Sessions-Outtakes),  eine  mit  Audio-  Jim Lauderdale –
           und Video-Material randvoll gefüllte BluRay und  From Another World  24,95/14,95
           ein hochformatiges 80-Seiten-Buch.  LP/CD. 19er. Der Albumtitel macht insofern Sinn,
           Dead South –               daß er sich in einigen Stücken vom Country-Genre
           Sugar & Joy                  15,95/12,95/14,95  ziemlich weit (nicht komplett) entfernt (aber das
           LP/CD/Ltd. CD. 19er, 3. LP der Kanadier (die ja  kennt  man  ja  auch  schon  von  ihm):  2  gehen  in
           auch  schon  mal  beim  OBS  begeisterten).  Wie  Richtung elektrischer Mischungen aus Rock und
           gehabt:  Bluegrass  steht  im  Zentrum,  aber  alles  Pop voller entzückend singender wie die ganzen
           andere  als  puristischer.  Was  schon  bei  der  Songs hochmelodischer Gitarren, eines mixt eine
           Besetzung beginnt: Neben der gewohnten Saiten-  gute Portion süffige Americana hinein, ein 4. wirkt
           Phalanx aus Gitarre, Banjo und Mandoline wirkt  ausgesprochen rockig und relativ kantig, Tendenz
           ein  Cello  statt  Fiddle,  zwar  oft  nur  punktuell,  Southern Rock. Ansonsten: Eine beständig schön
           anderswo als Bass gespielt, dennoch hat das einen  weinende/singende Pedal Steel im Verein mit aku-
           außerordentlichen Reiz. Die Musik besitzt teilwei-  stischer  und/oder  E-Gitarre  und  viel  Piano  zele-
           se einen extremen Zug und Drive, was ihr spora-  brieren Classic Country 60s- oder früher 70s-style
           disch gar ein irgendwie ein kleines bischen rocki-  (Honky Tonk inklusive), dezent süffig bzw. vor-
           ges  Flair  verleiht  (das  Tempo  ist  eh  zu  zwei  zugsweise balladesk, mit Parallelen zu z.B. Willie
           Dritteln  hoch  angesiedelt),  manchmal  zudem  Nelson (oder gar George Jones?) der Zeit (mehr-
           einen gewissen Southern Gothic-Touch (toll!), es  fach); völlig zeitloser deeper Songwriter-Country
           gibt  old-timey-Folk-  bzw.  Mountain  Folk/  Rock (Pop), so relaxt wie rund und organisch und
           Appalachen-Einfluß, für diese Musik völlig unor-  (gleichfalls)  melodisch;  und  wenigstens  ansatz-
           thodoxe Breaks samt weit differenzierterem Spiel  weise  zeitgenössisch  angehauchte  feinfühlige
           als  üblich  (1x  fast  in  Richtung  Songwriter-  Americana. Die Stimme kommt ein weiteres Mal
           Country,  1x  ein  Hauch  Johnny  Cash),  diverse  einfach kongenial, und auch diesmal hat er wieder
           repetitive  Motive,  mal  eine  total  faszinierende  einige herausragende Songs auf Lager! (dvd)
           dunkle bis dramatische sinistre Atmosphäre (ganz  The Mavericks –
           großartig!). Das Ergebnis: „Alt. Bluegrass“? Die  Play The Hits  18,95/14,95
           Indie-Version  von  Bluegrass?  Die  Pogues  des  LP/CD. 19er, sie machen immer noch jede Menge
           Bluegrass? Egal, ich liebe dieses Zeug. Zumal v.a.  Spaß. Und der Gesang ist gewohnt top, der Sound
           dank enorm ansteckender catchy Melodien einige  gewohnt traditionsbezogen (50s, 60s, frühe 70er).
           hinreißende  Highlights  aus  dem  eh  beständig  Gerne Tex-Mex,  pur  und  z.B.  Doug  Sahm  nicht
           hohen Niveau noch einmal herausragen. Richtige
                                      unähnlich, im Verein mit Country Rock bzw. bal-
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