Page 13 - November 2018
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                                              and




                    singerSoNG

                                      unterschiedliche  Roots-Einflüsse,  Delta-Blues,
                                      frühen  Dylan,  Tom  Waits-Ähnliches,  Byrds-
                                      Anklänge auf zumeist akustischer Basis (Stand Up
                                      Bass,  Akustik-Gitarre,  unterstützt  von  dezenten
                                      Drums   und   Orgel,   mal   echoender
                                      Mundharmonica)  mit  dem,  was  später  als  Lo-Fi
                                      circa  frühe  Palace  Brothers  bekannt  wurde  zu
                                      höchst kurzweiligen, von äußerst schrägen Texten
                                      (alles  Englisch  übrigens)  dominierten  Song-
                                      Miniaturen.
                                      mack Starks – Elsewhere         5,95
                                      CD. Solo-Debüt für Blue Rose des ex-Farmer Not
                                      So  John  Frontmannes.  FNSJ-Saitenass  Richard
                                      McLaurin  war  als  Produzent  zugegen  und  mit
                                      Craig Krampf fand sich ein versierter Drummer.
                                      Was hier passiert ist sehr eingängiger, aber auch
                                      sehr vielschichtiger Roots-Rock. Starks hat es ein-
                                      fach  raus,  seine  warme  Stimme  um  einen
           matt Keating – Tiltawhirl            5,95  Melodiebogen zu winden und mit einem wie die
           CD. Nach 5 Jahren Pause tauchte einer der ganz  Faust aufs Auge passenden Gitarrenriff zu hinter-
           hoch geschätzten Singer/Songwriter der 90er wie-  legen. (rh)
           der  auf  und  legt  mit  15  neuen  Tracks  ein  Tom Burris – For Sale                  5,95
           Wahnsinnsalbum vor, das sich vor seinen eigenen  CD. „For Sale“ paart gekonnt Heartland Rock a la
           Klassikern  'Tell  It  To  Yourself'  (93),  'Scaryares'  Tom Petty (wobei Burris als Sänger eher was Elvis
           (94) und 'Killjoy' (97) wahrlich nicht verstecken  Costello und ein bisschen Joe Strummer hat) und
           muß! Vordergründig und formal gehört der New  elektrifizierten Songwriter-Rock mit einem guten
           Yorker  Keating  zur  eher  "sanften",  melancholi-  Schuß Power Pop. Dazu sind seine Texte weit vom
           schen  Kategorie  von  Freedy  Johnston  bis  Neal  üblichen  Schema  entfernt,  erinnern  eher  an
           Casal, hinter dem gesanglichen Schmelz und den  Kurzgeschichten. Mit ordentlich Druck und den-
           süffigen  Acoustic/Electric  Guitars  verbirgt  sich  noch  glasklar  produziert  hat  John Alagia,  der  ja
           aber mitunter schon die ein oder andere dezente  auch für fast alle Dave Matthews Band Scheiben
           Rockecke. (Thomas „Chill“ Dewers)  verantwortlich zeichnet.
           michael mcDermott –        Katy rose – Because I Can        5,95
           Bourbon Blue                                    5,95  CD.  Die  Tochter  von  Poco  Keyboarder  Kim
           CD. Nach drei Major-Alben brachte McDermott  Bullard (der auch an vielen Instrumenten und als
           1999  "Bourbon  Blue"  in  Eigenregie  heraus.  Produzent  zu  hören  ist)  mit  ihrem  Debut  von
           Obwohl gerade dieses Album es verdient gehabt  2004. Kraftvoller Songwriter-Rock zwischen Liz
           hätte,  über  eine  große  Firma  unter  die  Leute  Phair  und  in  den  poppigeren  Momenten,  den
           gebracht zu werden. So schrieb ein Fan auf amaz-  Bangles. Die junge Dame aus L.A. hat eine richtig
           on.com:  "I  own  all  of  Michael  McDermott's  gute  Stimme,  die  exzellenten  Gitarristen  (u.a.
           albums and, while I greatly enjoy his first three  Stuart  Mathis,  Michael  Ward  (John  Hiatt)  und
           efforts, I believe this is the first one that could be  Bruce Watson (Big Country) geben dem Ganzen
           called a perfect album. In Bourbon Blue, there is  Tiefe und eine gehörige Portion „Grittiness“. (lrm)
           not one song that is not perfect; there is not one  “An incredibly strong sense of song, as well as a
           out of place line or note as occasionally surfaced  dynamic voice and introspective lyrics.“ (Option)
           on the first three albums. I would recommend this  mitchell rasor –
           album to anyone who appreciates the singer-son-
           gwriter genre. Michael McDermott can write slow  The Hive That Is My Head                    6,95
           introspective songs one moment and rock out the  CD.  Der  ehemalige  Bassist  von  Absolute  Grey
           next.  His  songs  are  always  meaningful  and  his  und  seine  Mitstreiter,  allen  voran  Elizabeth
           verses quite poetic."      Brown, die zusammen mit Mitchell einen Großteil
           David Broza – Time Of Trains    5,95  der Vocal Parts übernimmt, driften in einem wei-
           CD. David Broza ist ein traumhaft guter Gitarrist,  ten Spannungsfeld zwischen Sixties-Psychedelia,
                                      Neil Young, Desert Rock und Singer/Songwriter
           Songschreiber  und  Sänger.  Obwohl  der  inzwi-  umher. Insbesondere die rockigen Tracks mit fei-
           schen  63-jährige  bereits  mit  Größen  wie  Bob  nen Gitarrenleads tragen Rasor’s Solo-Debut dicht
           Dylan bis Van Morrison zusammen gespielt hat,  in die Nähe eines Steve Wynn. Aber da ist mehr,
           ist  er  hierzulande  nahezu  unbekannt  geblieben.  Banjo,  Harmonica,  akustische  Gitarren,  lassen
           1993  spielte  unter  der  Regie  von  Richard  auch die „folkigeren“ Tracks zu Highlights wer-
           Gottehrer (u.a. Triffids, Robert Gordon) „Time Of  den.
           Trains“  ein,  bei  dem  schon  die  Bandbesetzung
           einem den Mund wässerig macht: Steve Gaboury,  pete morton – Frivolous Love   4,95
           kb (u.a. Loudon Wainwright), Graham Maby von  LP. Kenner werden Morton von seiner Mitarbeit
           They Might Be Giants am Bass, Roger Squitero  an Ashley Hutchings „Street Cries“ Album schät-
           (Jim  Lauderdale)  und  Frank  Vilardi  (Freedy  zen  wissen.  Mortons,  von  Gordon  Jones  produ-
           Johnston u.a.) an Drums und Percussion. Da auch  ziertes  Debut  für  Philo  Records  schlug  1987  in
           Broza’s  Songs  und  vor  allem  sein  exzellentes,  Englands Folkszene wie eine Bombe ein. Gitarre,
           akustisch  wie  elektrisch,  Gitarrenspiel  höchsten  Stimme,  hervorragende  Texte  zu  entsprechend
           Ansprüchen  gerecht  werden,  entstand  ein  ganz  inspirierten Songs, mit großer Unmittelbarkeit und
           starkes Stück warmen Folk-Rocks.  enormer  Power  vorgetragen,  brachten  Morton
           Der Beat – Talk To His Picture      5,95  nicht nur Vergleiche zum jungen Bob Dylan ein;
                                      die Leser des ehrwürdigen Folk Roots Magazins
           CD. Der Beat (früher “Der Beat From Bagdad”)  wählten  ihn  kurzerhand  zum  „Newcomer  of  the
           aka  Bill  Fantini  gehörte  zu  den  größten  Year“  und  „Frivolous  Love“  zum  Album  des
           Individualisten der deutschen Indie-Szene in den  Jahres 1981.
           Achtzigern. Völlig seiner Zeit voraus verband er
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