Page 17 - Glitterhouse Katalog
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                               Munich Records            17
      Surround  Sound,  wer  also  eine  entsprechende  Kontrast wird wieder von Sherwood–Caso gelie-
      Anlage hat, sitzt quasi mittendrin! (lrm)  fert.  Zum  Schluss  noch  alle  vereint  bei  einer
      rory Block – Turning Point         6,95  Johnny  B.  Goode  Version  mit  eingesprungenem
      CD. 1989er Album der großen US Blueserin, dass  Black Sabbath Riff à la Dowd. (rh)
      sich  allerdings  nahezu  komplett  in  Richtung
      Roots-Rock  orientiert.  Mit  Studiocracks  der
      Ostküste  (u.a.  Mark  Egan,  Arlen  Roth,  Alan
      Gorrie) unter der Regie von Ron Bach eingespielt,
      geht das weit mehr in Richtung zupackender, in
      den Balladen auch sentimentaler Gitarrenbetonter
      Rockmusik  a  la  Bonnie  Raitt.  Die  12
      Eigenkompositionen haben klasse, Rory’s Stimme
      ist wie immer fantastisch. (lrm)
      „Schade ist es schon: Während die Edi Brikkells
      und   Tanita   Tikarams   dieser   Welt   im
      Handumdrehen im Rampenlicht der Charts stan-
      den,  fristet  Rory  Block  nach  wie  vor  ein
      Schattendasein als Insidertip und Kritikerliebling.
      Dabei sticht die New Yorkerin nicht nur mit ihrer
      bluesgetönten  Stimme  etliche  Mitbewerberinnen
      mühelos  aus  -  auch  Songmaterial  und
      Arrangements sind stets vom Feinsten. Zwar ver-
      leugnet  Rory  Block  nie  ihre  intensive  Blues-
      Schulung,  doch  ihre  Songs  haben  enge  Genre-
      Grenzen längst hinter sich gelassen. So überzeugt  Johnny dowd –
      auch  der  Schlußpunkt  "Tomorrow"  als  soulnahe  Cemetery Shoes                                6,95
      Ballade mit Seele mehr als vieles, was heute unter  CD. Der Friedhof gibt thematisch einiges her, wie
      diesem Etikett angepriesen wird.“ (Musikexpress)  der  trotz  Schräglage  konsequent  und  kompakt
      kev russell’s Junker –     anmutende  Sargtischler-Countryrock  des  US-
      Buttermilk and Rifles                         6,95  Bürgers mit Neigung zu gepflegten Abartigkeiten
                                 beweist.  Zudem  gesellt  sich  ein  Grubenhumor,
      CD. Soloalbum von 2002 des gemütlich aussehen-  wie  ihn  Ambrose  Bierce  oder  Edgar  Allen  Poe
      den Gourds Frontmannes, der ja auch für gut die  nicht  schöner  hätten  formulieren  können.  Man
      Hälfte  des  Bandmaterials  verantwortlich  ist.  So  höre nur Dylan's Coat. Das rückt einem gänseh-
      ganz weit weg von der Stammband ist sein Junker-  autmäßig  nahe  wie  H.  C.  Artmanns  Dracula.
      Projekt  nicht,  alle  anderen  Gourds-Mitglieder  Trotzdem:  Höhepunkte  gibt  es  keine,  denn  alle
      waren  bei  den Aufnahmen  zugegen,  dazu  Mark  Songs sind - bleiben wir gleich in Friedhofsnähe -
      Rubin (Bad Livers) am Double Bass und Jon Dee  absolute Killer.
      Graham an der Lapsteel.
      13 Songs von Russell, nur „No More The Moon  Slim Cessna’s auto Club –
      Shines  On  Lorena“  ist  von A.P.  Carter.  Ähnlich  Unentitled                                          6,95
      wie   das   Gourds-Material   dokumentiert  CD. Das 2011er Studioalbum, furioser Ritt durch
      „Buttermilk  &  Rifles“  die  etwas  robustere  Seite  die amerikanische Folk- und Country-Geschichte.
      des  texanischen  Roots-Rocks,  tiefgehende  „Es gibt nur wenig Bands, die eine derartige musi-
      Balladen („Twilight Of Song“) und rockiger Texas  kalische Vielfalt an den Tag legen, wie diese Jungs
      Shuffle  („Shoetie  Rag“)  halten  sich  die  Waage.  hier. Die neun Songs klingen wie ein Bastard aus
      Dabei klingt das ganze Album so frisch, als hätte  Country, Folk, Balkan, Hillbilly, Gospel und-was-
      man ein Mikro in eine spontane Veranda-Session  weiß-ich-noch-alles.  Erinnert  mich  ein  wenig  an
      gehalten.                  die Vaccination-Bands früher. Die Combo legt mit
      Hellwood – Chainsaw Of Life      6,95  diesem Album ihr ausgereiftestes Scheibchen vor,
      CD. Hellwood sind Johnny Dowd, Jim White und  manche Songs sind sogar richtig mitreissend und
      Willi B. (Dowd’s famoser Schlagwerker/Bassist)  haben  eine  Pop-Edge,  dann  gibt´s  wieder
      –  drei  meiner  Allzeit-Favoriten.  Eingespielt  in  Sprechgesang  und  eine  schräge  Fidel,  andere
      einer Hütte in Upstate New York braucht dieses  Songs wirken regelrecht zerbrechlich. Hier zirku-
      Album  etwas,  um  sich  einzuschmeicheln.  Nach  liert nicht nur eine Droge im Blut. Ob sie damit
      ein paar Durchläufen aber ist man drin im Kosmos  jemals größeren Erfolg einfahren sei dahingestellt,
      dieser Weirdos und erfreut sich ob der düster-spin-  aber eins steht, cool ist das allemal!“ (Ox)
      nerten Moritaten und am Sound, der daherkommt  awesome – Various Artists          3,95
      wie   Swordfishtrombones   auf   halber  CD.  Label-Compilation  von  2001  von  Munich
      Geschwindigkeit.  Chef  im  Ring  ist  ganz  klar  Records mit dem schönen Untertitel „A compilati-
      Johnny Dowd, der den Hörer hier in seiner ganz  on  of American  bands  on  a  Dutch  label  named
      eigenen Art vollnöhlt, die Beiträge von Jim White  after a German town“. 11 Tracks sind drauf, von
      sind eher spärlich als die seinigen zu identifizie-  South  San  Gabriel  über  Johnny  Dowd,  The
      ren. Wenn dann noch Kim Sherwood-Casio als 2.  Gourds bis Virgil Shaw. Das ist zum einen durch-
      Stimme dazu stößt, glaubt man, vollends in einem  weg  gut  anzuhören,  da  offensichtlich  mit  viel
      Dowd-Album gelandet zu sein. Aber in einem, das  Bedacht  zusammengestellt,  zum  anderen  gibt  es
      qualitativ  an  seine  herausragenden  Frühwerke  auch  so  einiges  an  Unveröffentlichtem,  allen
      anschließt. (rh)           voran  das  wunderbare  “Evangeline”  von  South
      Johnny dowd – Cruel Words    6,95  San Gabriel.
      CD. Mit der Heimkehr von Kim Sherwood-Caso
      hat das Beast auch sein Beauty wieder. Sein zer-
      stampfter Südstaaten-Dialekt dröselt wieder selt-
      same Geschichten auf, die ZickZack-Orgel piekt,
      knötert, gurgelt akzentuiert dazwischen. Ein Old-
      Texan Cowboy Whore-House Rap ist der Opener:
      House  Of  Pain.  Skurrile  Stories  weiterhin,  mar-
      kant  die  Stranglers/Burnel  Orgel  in  Unwed
      Mother, Sherwood-Caso zickt dazu.
      Geisterbahn Soundtracks. Ab Cradle Of Lies wird
      dann auch das Tempo angezogen und Dowd zückt
      ein Schweineriff auf der Gitarre. Ding Dong hat in
      dieser Hinsicht noch mehr zu bieten. Entgleisende
      Gitarre  vor  einem  Boom  Boom  Bass,  lieblicher
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