Page 2 - Glitterhouse Katalog
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                             lieben
      meine






      Während um die Glitterhouse-Villa herum bereits seit Wochen und Wochen hel-
      ferreiches Wirbeln und Wirken für das stete Wachsen und Werden des kom-
      menden  Festival-Ereignisses  sorgen  und  mich  damit  mit  der  Macht  des
      Gewohnten  an  das  Gute  und  Bleibende  glauben  lassen,  macht  mich  der
      Rundblick in die Entwicklung des heimischen Musikmarktes eher nachdenk-
      lich.  Man  mag  mich,  allgemeinen  Tendenzen  unserer  Zeit  folgend,  für  ver-
      schwörungsgläubig halten, aber ich werde das dumpfe Gefühl nicht los, dass
      man selbst hierzulande auf lange Sicht versucht, dem Tonträger langsam aber
      sicher das Recht zur physischen Existenz zu entziehen. Ganz abgesehen davon,
      dass uns Rezensenten kaum noch Tonmaterial zur reiflich überlegten Rezension
      zur  Verfügung  gestellt  wird  (ohnehin  seltenst  in  körperlicher  Form  –
      Mustersendungen sind, einige uns besonders gewogene Sach- & Fachbearbeiter
      ausgenommen,  nahezu  nur  noch  Teil  der  zu  glorifizierenden  Vergangenheit,
      aber  selbst  auf  links  &  streams  wird  mitunter  mit  dem  knappen  Spöttelfei-
      Hinweis mittlerweile verzichtet), auch das immer frühzeitigere Streichen von
      nach  unserem  Gefühl  weiterhin  lebendiger  Tonträgerware,  das  Nicht-
      Erscheinen interessanter Alben werter Wegbegleiter auf dem hiesigen Markt
      und die mitunter verwirrende Preispolitik und –gestaltung bei Neuware trägt
      nicht  gerade  zur  Beständigkeit  und  Zukunftssicherung  des  CD-Marktes  bei.
      Zum  Glück  wird  bei  den  kleineren  Vertrieben  immer  noch  verlässliches
      Veröffentlichungshandwerk  betrieben,  wenn  auch  fehlender  Presswerk-Platz
      gerade  bei  dem  derzeit  noch  andauernden  vinylen  Wunder    mitunter  für
      Lieferverzögerungen sorgt. Zur Lage des Musikmarktes im Allgemeinen und
      der  Sonderlage  des  Land-Label-Lebens  befragte  jüngst  das  Mint-Magazin
      Mitarbeiter des Glitterhauses, lest mal vorbei. Wir bleiben dran und nicht ver-
      gessen: Gute Musik wird nicht schlecht!
      Liebe Grüße - Euer Christoph

                               the




                       ondeCkS
      DIe AKTUeLLeN LIeBLINGSSCHeIBeN DeR KATALOG-ReDAKTION!
      CHriSToPH (cpa):
      1. Glen Hansard – This Wild Willing (Mit jedem neuen Album wächst die kreative Kraft des Iren).
      2. Lula Wiles – What Will We Do (Vor Sing- & Spiel-Lust strahlende Wurzelpflege in bester Trio-Tradition).
      3. She Keeps Bees – Kinship (Wüstenwind umwehter Song-Reigen von unwiderstehlicher Wirkung).
      4. Robin Trower – Coming Closer To The Day (Packendes Reifwerk eines ewig jungen Altmeisters).
      5. Joy Williams – Front Porch (12 Songs of Joy: Ein ebenso erdverbundenes wie erhebendes Erlebnis).
      WHirlYJoe:
      1. Altin Gün – Gece (Nahöstlicher Vintage-Psychedelic Rock – Hammeralbum auf Glitterbeat!)
      2. Kelly Finnigan - The Tales People Tell (Rundum perfekter Vintage-Soul auf den Spuren von Hi- und Stax-Klassikern)
      3. The Mystery Lights - Too Much Tension! (Retro-60s-Garagen-Punk im Farfisa-, Fuzz- und Reverb-Rausch)
      4. Bobby Oroza - This Love (Geistesbruder von Jimi Tenor mit lässigem Suomi-Soul)
      5. John Fairhurst - The Divided Kingdom (Captain Beefheart lebt und spielt fetten Bluesrock a la Black Keys)
      deTleV (dvd):
      1. William Fitzsimmons – Live (Wundervolle poetische zarte Musik von ergreifender Schönheit!)
      2. Mdou Moctar – Ilana (Toller Tuareg-Sound in enorm rockig, gar psychedelisch, super Gitarren!)
      3. John Fairhurst – Divided Kingdom (Gloriose Vocals, superbe Gitarre, lustvoller klischeearmer Blues)
      4. Tim O´Brien Band – Tim O'Brien Band (Bluegrass, Country & Folk, Traditionspflege in unspektakulär-brillant)
      5. Hoodna Orchestra – Ofel (Äthiopien trifft Groove-Vielfalt, Jazz, Psychedelia & mehr. Erhaben!)
      reiNHard (rh):
      1. Trashcan Records - Vol. 3 + 4 (Klasse neue Serie auf Stag-O-Lee. Nur das rarste aus Fedor’s Plattenkiste)
      2. Keep In Chooglin’ – #17 (Ganz klar. Blues-Country-Swamp-Groove-Rock der Güteklasse A.)
      3. Do The Reggae – Skinhead Raggae In The Spirit Of `69 (Tolle, preiswerte Doppel-CD auf Trojan)
      4. J.J. Cale – Stay Around (Letzte Ausgrabungen des Mannes aus Tulsa. Mehr vom Gleichen in gut)
      5. Simon Bonney – Forever (Inselplatte. Schon seit Jahrzehnten.)
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