Page 2 - Mailorder Katalog
P. 2

meinelieben

     Da isser wieder, der monatliche Glitterhouse Bote. Wie gewohnt prall gefüllt mit feinen
Neuerscheinungen und preiswerten Angeboten und Specials. Schrob ich letzten Monat und gerade was die
preiswerten Angebote betrifft, ist der Satz treffender als je zuvor. Letzten Monat kündigte ich ein paar
Festivals an, wo ich meinen geschundenen Körper mit Stag-O-Lee Plattenstand präsentieren wollte. Hier
ein paar Einzelheiten für die, die es verpasst haben:

     1. Sjock Festival in Belgien vom 7.-9. Juli in Gierle/Belgien. Jau, von der Zielgruppe her ein hand-
geschnitztes Stag-O-Lee Festival. Ganz großartig in jeder Hinsicht: gutes Geläuf (etwas sandig/staubig
vielleicht), absolut perfekte Vibes, durchweg gute Leute. Musikalisch vor allem im riesigen Titty Twister
Zelt durchweg erste Sahne. Auf der großen Hauptbühne und (teilweise) der Newcomer Stage wurde mir
oft etwas zu heftig geholzt, bin für Speedpunk und Konsorten wohl dann doch zu alt. Wie man alles rich-
tig macht und mal direkt als Abräumer des Wochenendes geehrt werden kann, zeigten die Hellacopters.
Nicht zu laut, aber laut genug. Fett, schnell und mit großer Show. Sozusagen die Essenz aus
Stooges/M5/Radio Birdman im hier und jetzt. Alter Falter, das war der Gig des Jahrzehnts. Hammer, wie
man heute so sagt. Danke an meine Crew, ohne Euch...

     2. Blues Peer in Belgien vom 14.-16. Juli. Freitag zirka 3.000 Leute, Samstag und Sonntag dann so
je 6.000. Ganz tolles Areal. Trotz der hohen Zuschauerzahl kompakt, aber nie zu eng. Perfekte
Organisation, das Zelt hatten die schon aufgebaut und so verbrachten meine Mitstreiter Schuupo und
Ulrich und ich das Wochenende ganz entspannt in komfortablen Stühlen vor dem Zelt und in Reichweite
der Bühne. Durchweg supernette Leute, aber nicht unbedingt Stag-o-Lee kompatibel. Nächstes Jahr weiß
ich es besser. Musikalisch wussten am Freitag nur Winterland `76 zu überzeugen, die quasi Auszüge aus
dem Last Waltz gaben und den The Band Sound ganz gut hinbekamen. Am Samstag räumten die refor-
mierten Red Devils (CD auf Seite 45 für 11,90) mächtig ab. Mit 3/5 Originalbesetzung und dem Holländer
Big Peter als Sänger/Harmonica Ersatz für den verstorbenen Lester Butler spielten die den beinahe fette-
sten Blues-Rock unter der Sonne. Kompakt, mit zwei hervorragenden Gitarristen (keine selbstverliebten
Endlosgniedler) waren die Red Devils die absolute positive Überraschung. Den fettesten Blues-Rock
unter der Sonne bot dann zum Abschluß Z.Z. Top. Junge, was ein Druck. Trotz hohem Alters mit sehr
guter Leistung. Ach ja, die Blind Boys of Alabama haben mir auch gefallen. Am Sonntag konnten vor
allem die Landreth Brothers mit ihrem kanadischen Country-Rock und der 10-köpfig antretende Black
Crowes-Ableger Magpie Salute überzeugen. Danach wurde es duster: Jethro Tull war ganz fürchterlich.
Jools Holland und sein vielköpfiges Orchester perfekt für den Fernsehgarten im ZDF?Sonntagmittag und
Canned Heat (mit der originalen Rhythmusgruppe) einfach nur schecht. Hits gemeuchelt, beschissene
Dramaturgie, kein Druck. Aber das Festival an sich, das war toll.

     3. Raut Oak Fest in Riegsee vom 21.-23. Juli. Musste ich leider absagen. Platt. Grüße - Reinhard

   onthedeCkS

Die AKTUeLLeN LieBLiNGSSCHeiBeN DeR KATALOG-ReDAKTiON!

CHriSToPH (cpa):

1. Caspian Sea Monster – C.S.M. (Finale Vereinigung von Post Rock-Phantasie & klassischem Progressive).
2. CRB – Barefoot In The Head (Ein kongenial-kreatives Quintett auf der Höhe seiner Southern Rock-Kunst).
3. Fleet Foxes – Crack-Up (Delikates Drittwerk mit bleibendem Unvergesslichkeitsfaktor - ein echtes Ereignis).
4. Kronos Quartet – Folk Songs (Von vier Gaststimmen belebte Wurzelnähe in artistische Höhen gehoben).
5. Secret Sisters – You Don’t Own Me Anymore (Harmoniesatte Triokunst für Sisters- & Brandi-Verehrer).

WHirlYJoe:

1. Soul Of A Nation - Various Artists (Black Consciousness-Soundtrack zwischen Jazz und archaischem Afrobeat)
2. Yishak Banjaw - Love Songs Vol. 2 (Minimalistisch swingendes Kleinod des Ethio-Jazz)
3. Boombox 2 - Various Artists (mehr frühe New Yorker Rap-Perlen zwischen Funk, Soul und Disco)
4. Jen Cloher - Jen Cloher (Australierin in schwesterlicher Nähe zu Courtney Barnett)
5. Art Feynman - Blast Off Through The Wicker (undogmatischer Kalifornier mit ganz eigenem psychedelischem Soul)

deTleV (dvd):

1. Grateful Dead – Cornell 5/8/77 (Höre ich jetzt seit 2 Monaten immer wieder. Phänomenal.)
2. Steve Young – 7 Bridges Road (Das Meisterwerk von 1972, vielfach Bonus-ergänzt.)
3.Grateful Dead – Broadcast Collection (5 Konzerte, 12 CDs, 6 davon großartig bis unverzichtbar!)
4. Guy Clark – Great American Music Hall (1988 solo und ganz wunderbar)
5. Odetta – Sometimes I Feel… (Zwei bestechende Blues-Alben von 1962. Große Kunst.)

reiNHard (rh):

1. The Red Devils - King King (Besser spät als nie. Sattester Blues-Rock aus der ersten 90er Hälfte)
2. Caribbean Audio Odyssey – Vol. 2 (Entspannte Reise durch die Karibik. Genau richtig bei dem Sommer)
3. Z.Z. Top – die ersten 6 Alben (inklusive Fandango! Alte Liebe neu entfacht. Einfach einzigartig)
4. Summertime - Journey To The Center... (Grandioser Song ind durchweg erstklassigen Versionen. Stag-O-Lee)
5. Chris Robinson Brotherhood – Barefoot In The Head (Christoph hat Recht. Vinyl leider zum kranken Preis)
   1   2   3   4   5   6   7