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           blueCHeaPoS

           Im  allgemein  grassierenden  „Sumersale“-Wahn  "Jolene  reichern  ihre  Gitarre-Bass-Drums  domi-
           haben  wir  auch  eine  Auswahl  an  Blue  Rose  nierten  Americana-Melodiebolzen  mit  wohldo-
           Klassikern  zum  Schnäppchenpreis  zusammenge-  sierten  Mellotron-,  Harpsichord-,  Melodica-  und
           stellt. Erste Liga Americana durch die Bank, eine  allerlei anderen Klängen an, wechseln von schau-
           gute Gelegenheit seine Sammlung zu komplettie-  rig-schöner Schräglage zu wonnigem Wohlklang
           ren,  oder  sich  schon  mal  mit  schönen  und zurück.“ (ME/Sounds)
           Weihnachtsgeschenken zu bevorraten.    Peter Holsapple –
                                      Out Of My Way                                   4,95
                                      CD. Das einzige unter eigenem Namen erschiene-
                                      ne Album (1997) des jetzigen Continental Drifters
                                      Co-Chefs und ex-db’s. Unter tatkräftiger Mithilfe
                                      von  u.a.  Benmont  Tench  (Tom  Petty  &  The
                                      Heartbreakers),  Vicki  Peterson  (Continental
                                      Drifters) etc entstanden 11 Songs die nahtlos an
                                      die  rockigeren  Seiten  der  Continental  Drifters
                                      anknüpfen.  Wer  elektrische  Gitarren  auch  mal
                                      etwas heftiger mag und trotzdem Wert auf gutes
                                      Songwriting legt, ist hier bestens bedient.
                                      “ …die besten Songs scheint er sich für „Out Of
                                      My Way“ aufgespart zu haben; kraftvoll-glühen-
                                      der Roots-Rock, mit Wut im Bauch und filigraner
                                      Gitarrenarbeit…“ (Rolling Stone)
                                      ol’ Yeller – Penance                    4,95
                                      CD.  Das  nun  vorliegende  dritte  Werk  'Penance'
                                      der zum Trio geschrumpften Gruppe konzentriert
                                      sich wieder mehr auf kraftvollen Roots'n Roll mit
           Waco Brothers – New Deal     4,95  harschen  Gitarren,  rockigen  Songs,  eindeutigen
           CD.  Nach  dem  genialen  neuen  Mekons  Album  60er Jahre Reminiszenzen (Byrds, Moby Grape)
           mal wieder Zeit sich mit der zweiten Hauptband  und einem gewissen Garage Soul/Pop-Bewußtsein
           von  Mekons-Mastermind  und  Tausendsassa  Jon  -  eine  Mischung,  die  an  lange  zurückliegende
           Langford zu beschäftigen: New Deal ist die kon-  British  Invasion-Zeiten  (Kinks,  Yardbirds,
           sequente  Fortsetzung  des  Waco-typischen  Animals) genauso erinnert wie an die Musik von
           Gebräus  aus  furiosem  Cowpunk,  Bonanza-  Green On Red, Gutterball, Golden Smog, Pontiac
           Romantik,  Steel-getränkten  Rührballaden  und  Brothers, Meat Puppets und lokale Wegbegleiter
           classic Country Rock mit 12 brandneuen Tracks -  wie  Magnolias,  Rank  Stranges,  Draghounds,
           ein  toller  Parforce-Ritt  mit  altem  Stones-Feeling  Hang-Ups, Trip Shakespeare und Walt Mink.
           und  Sympathien  für  den  Mann  in  Schwarz  glei-  little Blue –
           chermaßen.  Und  mit  einem  gehörigen  Schuss  Straight For The Moon                         4,95
           Augenzwinkern und Selbstironie versehen, wie es  CD.  Die  großen  US-Rootspop-Bands  Eagles,
           wohl nur Briten in Amerika gestattet ist.  Little  Feat  oder  America  gibt  es  ja  nicht  mehr,
           Jeff Black – Tin Lily                   4,95  höchstens  noch  als  sporadisch  wiedervereinigte
           CD. Schon mit seinem Birmingham Road Debüt  Nachlassverwalter.  Das  Genre  indes  lebt  weiter.
           sicherte  sich  Jeff  Black  einen  Platz  in  unserem  Dank Bands wie Little Blue, die es mühelos schaf-
           Herzen,  den  er  mit  seinem  vierten Album  noch  fen, mit schwarzem Funkbass falsche Fährten zu
           festigt. Tin Lily setzt diese hochqualitative Reihe  legen,  ehe  ein  Westcoast-Harmoniegesang  das
           von Alben nun mit einer erlesenen Kopplung von  Stück wieder zurück auf den Sonnenhighway führt
           12  brandneuen  Jeff  Black-Nummern  fort,  die  -  ("Color  of  Love"),  Gitarrensolo  inklusive.
           einem ähnlichen Konzept wie bei Honey And Salt  Schreiber und Sänger Steve Postell und sein mul-
           folgend  -  im  geschickten,  Spannung  haltenden  tiinistrumentaler Partner Michael Jude sind New
           Wechsel von mittelschnell und langsam, akustisch  Yorker   Superprofis,   deren   überragende
           und  elektrisch,  sparsam  instrumentiert  und  auf-  Musikalität die Songs nicht vor Herzlichkeit und
           wendiger  arrangiert,  mal  Klavier-lastig,  mal  mit  Wärme bewahrt. Wer weiß: Vielleicht nennt man
           mehr Gitarren angeordnet sind. Die Vergleiche mit  in zehn Jahren Little Blue in einem Atemzug mit
           Bruce Springsteen ziehen sich wie ein roter Faden  America, Little Feat oder den Eagles.
           durch  das  ganze Album,  als  weitere  Namen  zur  mack Starks – Elsewhere         4,95
           Orientierung mögen Jackson Browne und Ramdy  CD.  Solo-Debüt  des  ex-Farmer  Not  So  John
           Newman  dienen,  auch  die  Blue  Rose-  Frontmannes  von  2003.  FNSJ-Saitenass  Richard
           Labelkollegen  Tim  Easton  und  Michael  McLaurin  war  als  Produzent  zugegen  und  mit
           McDermott. (rh)            Craig Krampf fand sich ein versierter Drummer.
           Jolene – The Pretty Dive               4,95  Eine dieser Scheiben, bei der man angesichts der
           CD. „The Pretty Drive“ bringt wie schon „Antic  Tatsache,  dass  sie  eben  kein  Welterfolg  wurde
           Ocean“  spannungsgeladenen  Gitarrenrock  mit  schier verzweifeln kann. Starks ist ein sehr guter
           Folkwurzeln, der einiges lange vergessen geglaub-  Sänger,  ein  noch  besserer  Songschreiber  und
           tes zurück vor das musikalische Auge holt, spezi-  exzellenter  Arrangeur.  Hier  wird  allererste  Liga
           ell die frühen R.E.M. Mit John Crooke steht der  Roots-Rock  mit  starkem  Westcoast  Einschlag
           Band  ein  charismatischer  Sänger  vor,  der  ein  geboten,  hier  ist  in  der  Tat  jeder  der  11  Tracks
           unheimlich wandelbares Organ hat und mit Jolene  absolutes  Spitzenwerk,  das  den  Vergleich  mit
           keine  großen  Umwege  macht.  Die  Songs  sind  Größen wie Tom Petty, Roger McGuinn oder auch
           kompakt und zünden sofort, ohne zu nerven. Und  Neal Casal nicht zu scheuen braucht. Eine Platte,
           wenn die Band bei "Shiny Tongue" doch wieder  die bei mir seit 10 Jahren nie wirklich den Player
           an die Jungs aus Athens erinnert, muss man bei  verlassen  hat  und  mich  gerade  in  sonnigen
           allem  Rest-Respekt  sagen,  dass  R.E.M.  solche  Stunden im Auto immer begleitet. (lrm)
           Songs seit Dekaden nicht mehr schreiben.
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