Page 6 - Mailorder Katalog
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  glitterbeat

"Vibrant music from Africa and beyond" ist           Diawara, Natacha Atlas und Robert Plant-Spezi
das Motto des Glitterhouse-Ableger-Labels            Justin Adams tätig), was auch die Wurzeln
                                                     bezeichnet, aus denen geschöpft wird (siehe der
Glitterbeat.                                         Titel der Platte), 9 der 10 Stücke sind Traditionals
                                                     – aber (hoch)modernisierte/aktualisierte, mal
Yonatan Gat –                                        mehr, mal weniger. Die Vocals greifen oft auf typi-
                                                     sche/traditionelle (und häufig repetitive)
Universalists   17,75/15,75                          Call/Response-Formen zurück, begleitet von
                                                     Gumbri (ein Saiteninstrument), Gasbas (attraktive
LP (+DLC)/CD. Auf Tak:til. 18er, ein ganz außer-     etwas kehlige partiell klasse rotierende oder wir-
                                                     belnde Flöten) oder Zokra (eine Art Oboe, z.T.
gewöhnlicher Gitarrist aus Israel/New York,          hochgepitcht kreiselnd, relativ scharf), jeweils
                                                     wird auch auf Loops (bzw. Soundmanipulationen,
David Berman (Silver Jews) produzierte (1x half      Samples) zurückgegriffen. Vor allem die Seite 1
                                                     finde ich großartig, phasenweise richtig erre-
Steve Albini). Ein kleines Wunderwerk voller         gend/aufregend, Seite 2 nähert sich irgendwann
                                                     zunehmend soundmäßig (und manchmal auch
hochorigineller bis ziemlich abgefahrener Überra-    rhythmisch, die Grooves werden einfacher)
                                                     europäischer elektronischer Club-Musik an, frei-
schungen: Hard-Prog-Surf mit Jazz-Spuren oder        lich nie ohne das spezifische nordafrikanische
                                                     Element, in punkto Gesang, Instrumentarium und
so, rasant und stürmisch. Vertrackt-eigenartiger     Melodik sowieso, und deshalb stets von hohem
                                                     Reiz. Zum Schluß kommt ein wenig mehr arabi-
Avant-(Jazz-)Rock. Rock, sakrale Gesänge, höch-      scher Touch auf. So lasse ich mir
                                                     Modernisierungen alter Musikformen und
ste Intensität, gehackte Versatzstücke in rockigem   Elektronik-Einsatz gefallen, ein rundum gelunge-
                                                     nes exzellentes Album, eine dicke Empfehlung.
Rahmen, Spuren von Surf und ungeheurer Klang         (dvd)

(farben)reichtum in einem. Eine Art Modern Jazz      Samba Toure – Wande 17,75/15,75

(R´n´B) Rock (aktualisierte Back Door?!) von         LP (+DLC)/CD. 18er des tollen Singer-
                                                     Songwriters und Gitarristen aus (Nord-) Mali. Er
polyphonen grell-strahlenden (irgendwie „Opern-      sagt, er wollte diesmal eigentlich stärker zu alten
                                                     Traditionen zurückkehren – passiert ist eher das
Folk“-artigen) Power-Vocals überlagert.              Gegenteil: Mehr Rock- und Blues-Einfluß (frei-
                                                     lich nicht durchweg), weniger akustische Saiten-
Brennender/ekstatischer/explosiver Free Rock,        Verzierungen. 2, sporadisch auch 3 immens effek-
                                                     tive E-Gitarren sind omnipräsent (und wirken
unvermittelt gefolgt von einer unbegleiteten         ökonomischer, klarer als früher, oft repetitiv-moti-
                                                     visch geprägt), nur gelegentlich taucht eine Ngoni,
berührenden Sängerin und leiser sanfter              Akustikgitarre oder Kora (?) auf (das allerdings
                                                     auf bestechende Weise); und in knapp der Hälfte
Klangmalerei. Indianische Vocals/Chor und            der Stücke der z.T. herrlich durchdringende Klang
                                                     der Sokou (afrikanische Geige), manchmal quasi
Rhythmen werden apart von E-Gitarre punktiert.       im ausnehmend attraktiven call-response-Spiel
                                                     mit den Gitarren. Die Bandbreite der Songs ist
Diffiziler komplex-leichtfüßig-flexibler Neo         beträchtlich: Afro-Blues (mit z.T. verblüffend
                                                     hohem Blues-Anteil) in schleppendem packendem
(Prog?) Rock mit Jazz-Spuren. Köstlicher redu-       Groove, luftig doch (phasenweise) mächtig inten-
                                                     siv, schnörkellos und relativ reduziert (wie so eini-
ziert-elektrischer (Ethno-) Folk. Sporadisch gibt´s  ges hier). Dezent angerocktes/fließendes elektri-
                                                     sches (Songwriter-) West-Afrika. Mehr Rock als
Mars Volta-Ähnlichkeiten, kurz gar Gamelan-          Afrika (irgendwie funky, auch hier ein mitreißen-
                                                     der Groove) gibt´s im ziemlich scharfen rhyth-
Anleihen, die Gitarre (die die instrumentale Seite   misch äußerst akzentuierten Yerfara. Einige
                                                     Balladen kommen faszinierend atmosphärisch, ob
dominiert, selten von Keyboards, kurz Sax unter-     sehr sparsam und pur westafrikanisch, bluesig
                                                     oder relaxt fließend und einfach wunderschön im
stützt) ist extrem variabel, häufig brillant! Und    feinst verzahnten akustisch/elektrischen Gitarren-
                                                     Bett. Polyrhythmischer Afro Rock (mit unter-
diverse Samples sind enthalten (v.a., nicht nur,     schwelligem R´n´B-Touch) hält eine innere

vokale). Ungemein agile, teils quirlige, ereignis-

reiche, in dieser Form ziemlich einzige Musik!

(dvd)

ammar 808 –

Maghreb United  17,75/15,75

LP (+DLC)/CD. 18er. Ein (Afro-) Projekt von

Sofyann Ben Youssef, Producer/Keyboarder der

tollen Bargou 08-LP (ebenfalls auf Glitterbeat),

wo er wichtigster Mitstreiter des dortigen Leaders

war. Hier produzierte er, arrangierte, konzipierte,

ist zuständig für Electronics/Synths/Effekte – die

sehr gezielt/punktuell, teils sparsam, aber unge-

mein effektiv/wirkungsvoll eingesetzt werden

(gern z.B. dunkel-monoton im tiefsten Bereich,

aber auch leicht abenteuerlich), sowie das

Programming der Rhythmen mittels der berühm-

ten analogen Drum-Machine TR 808 – daher der

Bandname -, die Percussion klingt in den höheren

Frequenzen ziemlich „echt“, in den

tieferen/dumpfen tendenziell „elektronisch“; und

insgesamt irgendwie „natürlich“, als müßte es so

sein). Im Zentrum steht zum einen der Groove:

Ein packender, mächtig treibender bis rasanter

knallender, anfangs dezent vertrackter bis schon

mal polyrhythmischer, später eher einfacher. Zum

anderen die Sänger aus 3 Ländern (Tunesien,

Algerien, Marokko; u.a. vorher für Fatoumata
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