Page 6 - Glitterhouse Katalog
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                      glitter
                                             beat
















           "Vibrant  music  from Africa  and  beyond"  ist  mixte  traditionelle  Vocals  (männlich/weiblich,
           das  Motto  des  Glitterhouse-Ableger-Labels  teils  im  Call/Response-Modus,  dabei  Letzteres
           Glitterbeat.               partiell Chor-artig; ab und zu mehrköpfig in ziem-
                                      lich  wild)  und  ein  dichter  Percussion/Drum-
           mekons – Deserted  17,75/15,75  Teppich,  kurz:  Tendenziell  archaisch  wirkende
           LP (+DLC)/CD. 19er. Nach 8 Jahren endlich ein  Klänge, auf schroffe, scharfe bis sägende großteils
           neues  (reguläres)  Studio-Werk  (die  2016er  LP  tiefgelegte  Gitarren  –  was  bis  hin  zu  einer  Art
           wurde  ja  live  eingespielt,  bei  der  ´15er  fehlten  „Ethno-Archaik-Metal“  (in  Groove)  führt!
           Bandmitglieder). Ein vielschichtiges, ein ziemlich  Anderswo wird der unterschwellige oder offensi-
           breites Spektrum! Emotionaler dichter intensiver  vere  Metal-Eindruck  durch  vorwärtspeitschende
           Rock  mit  scharfkantigen  bis  mächtig  verzerrten  Post  Punk-Anklänge  ersetzt.  Oder  es  klingt  ein-
           Gitarren,  punktuell  effektvoller  Geige  in  fach  sehr  rockig,  in  alarmistischer  Weise.  Und
           Schräglage,  lose  harmonierenden  m/w-Vocals.  immer  wieder  regelrecht  gewaltig  (im  Extrem
           Lustvoll!  Rootsig/folkig  unterlegt  in  leicht  und  gewalttätig)! Sogar fast atonale Guitar-Smashes in
           locker  und  transparent,  rauhe  Poesie  und  ent-  Nachbarschaft zu Sonic Youth kommen vor. Die
           zückende ganz altmodische Melodien paaren sich  (meist  recht  schnelle)  Rhythmik  speist  sich
           zur  Schönheit  von  innen.  Ein  Pendeln  zwischen  sowohl  aus  den  spezifischen  tunesischen
           geheimnisvoll-dunkler  Faszination  und  kraftvoll  Traditionen als auch aus westlicher Musik, wird in
           lebenslustigem 70s-Rock (eine Spur Glam-artiger  einigen  Stücken  irgendwann  immer  mehr
           Einfluß)  samt  kurzer  toller  beinahe  kakophoni-  beschleunigt. Vieles ziehen sie gnadenlos repetitiv
           scher  Phase.  Kurzzeitig  dezent  zerschossener  durch. 2 Tracks fallen aus der Reihe: Ein kurzer:
           Indie  Rock  featuret  schneidende/Distortion-  Gänzlich traditionelle reine Vokalmusik. Ein noch
           Gitarren,  ein  intelligentes  Piano  grundiert,  am  radikalerer,  bei  dem  sich  die  Banga-Klänge  mit
           Ende  lose  ausfransend.  Bedächtiger  (Pseudo-  düsterer Avantgarde und Industrial mischen (voll-
           Ethno-)  Space-Folk  sehr  eigener  Art,  der  sich  kommen  neuartig!).  Und  2,3x  ergänzen  nasale
           irgendwann  bodenständig  verdichtet.  Alte  Post  lokale Blasinstrumente (z.B. die Zoukra, eine Art
           Punk-Traditionen, die nicht unbedingt so klingen  nordafrikanischer Dudelsack, oder die Gasba, eine
           wie früher, in roher splitternder zugleich nuancier-  Flöte), was kurzzeitig eine ganz dezent marokka-
           ter  und  intensiver  Spielweise,  manchmal  am  nische  Note  erzeugt.  Auch  Piano,  Electronics
           Rande  der  Atonalität.  Entspannter  lockerer  kommen punktuell zum Einsatz. Fazit: Ein unge-
           hochmelodischer  einfach  schöner  teilakustischer  heuer  intensives  Werk,  massiv  aktualisierte
           Indie  Folk  Pop  inklusive  einer  kleinen  Prise  manchmal  hypnotische  bzw.  irgendwie  fremdar-
           Country, ein nicht so weit davon entferntes Stück  tig-Trance-artige  phasenweise  enorm  aggressive
           (in balladesk) glänzt mit feiner Säuregitarre (und  Ritualmusik  mit  teilweise  völlig  ungewohnten
           endet in leiser schräger Klangmalerei). 80s-Indie  „modernen“ Mitteln, die kurzzeitig auch schama-
           Rock-Feeling  gekoppelt  mit  Desert  Rock-  nische,  rauschhafte  Züge  annimmt  –  und  mich
           Ahnungen, schroff riffende Gitarren stehen neben  mächtig  fasziniert!  Große  Empfehlung.  Vinyl
           im  weiten  Raum  hallenden  atmosphärischen  in  180g, Klappcover. (dvd)
           etwas  verwinkelten  Arrangements.  Weit  mehr  kel assouf –
           elektrische  als  akustische  Gitarren,  Piano/Orgel
           und  Synthie  wechseln  sich  ab,  die  Geige  fehlt  Black Tenere  17,75/15,75
           manchmal  (gefällt  aber  ansonsten  sehr),  er  LP  (+DLC)/CD.  19er.  This  is  not  your  average
           (Langford) singt mehr als sie (Timms), beide gern  Tuareg band! Das Trio um den Sänger/Gitarristen
           zusammen. Und diverse Soundeffekte werden hier  Aboubacar  Anana  Harouna  verblüfft  über  weite
           und da ganz pointiert und effektiv/musikdienlich  Strecken. Klingt der Opener noch relativ ähnlich
           eingeschossen.  Erstaunlich,  wie  frisch,  immer  wie von Tinariwen, Tamikrest & Co gewohnt (ok,
           wieder  anders  (und  gut)  sie  nach  so  langer  Zeit  etwas  rockiger,  die  diversen  Gitarren  schärfer,
           noch klingen! Vinyl 180g. (dvd)  teils sehr repetitiv, einige feine Melodien/Motive),
           ifriqiyya electrique –     mit sattem Groove, Klatschen statt Drums (die in
                                      fast  allen  restlichen  Stücken  eingesetzt  werden,
           Laylet El Booree                     17,75/15,75  manchmal ziemlich turbulent, viel Becken), geht
           LP (+DLC)/CD. 19er, eine multikulturell zusam-  es  anschließend  weit  weit  darüber  hinaus:  Gar
           mengesetzte Gruppe: 3 Tunesier/innen + Gianna  mächtig  rockend  mit  Tendenz  zum  Früh-70er
           Greco und Francois Cambuzat von Lydia Lunchs  Hard  Rock  (nur  gesanglich  wird  hier  wie  auch
           Putan Club. Das Ergebnis ist schlicht einzigartig,  überall sonst Harounas Tuareg- Herkunft deutlich,
           partiell  verstörend  auf  elektrisierende  Art.  Und  samt  der  Melodik)  inkl.  einer  Art  Prog-Psyche-
           konzentrierter,  schlüssiger,  „auf  Linie  gebracht“,  Arab-Rock-Break; rhythmisch besonders reizvolle
           schlicht:  Noch  einmal  besser  als  das  Debut.  Stücke  abseits  von  orthodoxen  Rock-Schemata
           Haupteinfluß  bzw.  Basis:  Banga  aus  Tunesien,  (knallharter hochtouriger Tuareg-Rock mit spirali-
           beschrieben als „Sufi Trance Music“. Doch dabei  gen  Gitarren-Figuren  bzw.  Heavy  Rock  mit
           bleibt es nicht… Es treffen oft ein wenig runterge-  Stoner-Spuren;  oder  so  etwas  wie  Tuareg-Acid-
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