Page 7 - Glitterhouse Dezember Katalog
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Glitterbeat                                            7

seltenen) Surf- und Psychedelic-Einflüsse diesmal      punktuellen aber tollen afrikanischen Beats), ein

mehrfach deutlicher hervor, vor allem durch die        hochmelodisches Stück auf schleichenden Sohlen

(wie Analog-Synth/Keyboards, mal Orgel omni-           voller Eleganz (Bläser und Gitarre grandios ver-

präsente) E-Gitarre. Die ansonsten den westlichen      woben!) und ein großartiges ruhiges langsames

Approach hochhält, ab und zu in der Melodik aber       enorm suggestives, zeitweise erhaben wirkend,

auch nahöstlich geprägt ist. Insgesamt konzen-         partiell Psyche-Gitarre. Eine sehr besondere

triert sich das türkische/orientalische Flair auf den  Musik! Vinyl 180g. (dvd)

(exzellenten! Ausdrucksvollen, phrasierungsstar-       Stella Chiweshe – Kasawah-

ken!) Gesang samt (oft sehr schöner) Melodien,         The Early Singles               17,75/15,75

hier und da gibt es feine Einwürfe von (elektri-       LP (+DLC)/CD. 18er. Eine große Künstlerin, eine

scher) Saz, Oud oder Cumbush (ebenfalls ein tür-       lebende Legende aus Simbabwe. Seit ich sie vor

kisches Saiteninstrument). Die Rhythmik fusio-         20 Jahren das erste Mal hörte, bin ich Fan. Leider

niert ganz gern beide Seiten (Ost/West), ent-          folgt ihren wenigen hier erschienenen Alben

wickelt selten schon mal ein leichtes Club-            schon seit 2006 nichts mehr nach. Umso erfreuli-

Feeling, Grooves kommen überwiegend dezent             cher, daß Glitterbeat frühe Aufnahmen aus der

(sehr langsam und enorm wirkungsvoll in einem          Zeit von 1974-1983 ausgegraben hat (die nur in

ziemlich reduzierten großartigen Stück in einer        ihrer Heimat erhältlich waren). Viel Abwechslung

tollen dunklen ein leicht wehmütigen irgendwie         wird nicht geboten, für manch Hörer mag das auf

geheimnisvollen und spannungsgeladenen                 Dauer enervierend klingen, ich finde diese Musik

Atmosphäre – hypnotisch!). Ansonsten pendelt die       (basierend auf uralten spirituellen Traditionen)

Musik zwischen ganz lässig und entspannt, ein          absolut faszinierend – entweder sie packt einen

bischen angestochen, handfest-bodenständig, sehr       (wie z.B. auch John Peel, für den sie 2 Sessions

schön lyrisch/feinfühlig, zurückhaltend/fast sinn-     aufnahm und der sie punktuell schon mal produ-

lich. Und entwickelt sich in 2 Stücken so reizvoll     zierte), oder eben nicht. Im Zentrum steht die

wie unerwartet, zu                                     Mbira (früher einsortiert unter „Daumenklavier“),

so etwas wie „Prog-Orient-Rock“ mit einem              ein Instrument mit 22-28 Metallplättchen, die

Hauch Acid, bzw. einer Mixtur aus mediterranem         gezupft werden, der resultierende Sound ähnelt

Flair, Spuren von Flamenco, Balkan, und Surf,          ein bischen der Marimba. Hinzu kommt

Rock und Poesie – wesentlich kontrastreicher als       Percussion (Shaker) und ihr Gesang (eher rauh,

sonst, wozu zudem Akzente von Akustik-Gitarre          manchmal auf seltsame Art nonchalant, mal for-

und Trompete gehören. Ein rundum schlüssiges           dernd, ansatzweise emotional aggressiv, die

ausgezeichnetes Werk, klar zu empfehlen! Sie trug      Melodik singulär) – that´s it. Repetitiv angelegt

übrigens nebenbei zum Artwork, zur Produktion          (z.T. auch die Vocals), die Mbira im ständigen

und den Arrangements ihren Anteil bei, und scheut      Fluß, straight in der Rhythmik (phasenweise auf

auch nicht vor politischen Aussagen zurück. (dvd)      eigene Weise irgendwie Groove-artig) und in der

Bixiga 70 –                                            Wirkung absolut hypnotisch, geradezu trancehaft

Quebra Cabeca       24,75/15,75                        (in der Tat war/ist das auch Zweck/Absicht). Das

2-LP (+DLC)/CD. 18er, 9-köpfige Gruppe mit 4           mit 8 Minuten längste der 8 Stücke (der Rest ist

Bläsern aus Brasilien. „African-Brazilian Music“       weit kürzer) verfügt über einen sehr ausgeprägten

nennt es die Instrumental-Band selbst, genuin bra-     Refrain, der einen beinahe „Pop“-artigen (Sog-)

silianische Musik höre ich auch wenig. Eigentlich      Effekt hat, andere verzichten ganz auf einen sol-

klingen sie oft ziemlich eigenständig in ihrer         chen, das alles wirkt ziemlich archaisch/ schama-

Verknüpfung/Fusion diverser Einflüsse, zugleich        nisch. Und komplett einzig, wie nichts sonst. Eine

voller Grooves und Melodien – für Letztere sorgt       dicke von Herzen kommende Empfehlung. 180g-

die Bläsersection, und deren melodischer Gehalt        Vinyl. (dvd)

ist beträchtlich, phasenweise so reichhaltig wie

bestechend! Die Stücke sind einerseits sehr sorg-      Yonatan Gat –

sam aufgebaut/komponiert, die Bläser häufig            UniversalistsLP (+DLC)/CD              17,75/15,75

wunderbar mehrschichtig verwoben/arrangiert,           Ammar 808 –

lassen daneben einigen Raum für Improvisationen        Maghreb United LP (+DLC)/CD            17,75/15,75

(wobei die Gitarre gern nur akzentuiert, das aber      Samba Toure – Wande LP (+DLC)/CD 17,75/15,75

kongenial). Zur knappen Hälfte ist ein analoger        Sonido Gallo Negro –

Synthie dabei, mit einigen auffälligen Szenen, mal     Mambo Cosmico LP (+DLC)/CD             17,75/15,75

punktierend, mal massiver, blubbernd, zischend,        Park Jiha – Communion LP (+DLC)/CD 17,75/15,75

sirrend, irrlichternd, sirenenartig, manchmal auch     Dirtmusic –

melodisch variierend, wie in den frühen 70ern.         Bu Bir Ruya LP (+DLC)/CD               17,75/15,75

Zunächst überwiegt die afrikanische Seite: Die         ToodArt –

Grooves funky und enorm dicht verzahnt vor-            Laissez Passer LP (+DLC)/CD            17,75/15,75

wärtspeitschend oder straight klar westlich orien-     Abatwa (The Pygmy) – Why Did We Stop

tiert (mit famos treibendem Bass), hier ein apart      Growing Tall? LP (+DLC)/CD             17,75/15,75

und geschmeidig rollender Beat, dort ein polyrhy-      Jupiter & Okwess –

thmisch komplexer, alles in einem Kontext irgend-      Kin Sonic LP (+DLC)/CD                 17,75/15,75

wo zwischen modernisiertem Highlife und Afro           Ifriqiyya Electrique –

Beat – die 70er Ursprünge präsent, doch klar           Ruwahine LP (+DLC)/CD                  17,75/15,75

aktualisiert, modifiziert, teils sehr differenziert.   Tamikrest – Kidal LP (+DLC)/CD         17,75/15,75

Gar mal eine kleine Prise Ethiopiques in der           King Ayisoba –

(mächtig attraktiven) Melodik, ein Hauch Latin,        1000 Can Die LP (+DLC)/CD              17,75/15,75

kurz eine begeisternde enorme Verdichtung oder         Bargou 08 - Targ LP (+DLC)/CD          17,75/15,75

extrascharfe Akzente, für Momente Psychedelic-         BaBa ZuLa – XX 2-LP (+CD)/2-CD         25,75/17,75

Elemente, in einem Fall mit viel Orgel (die sonst      Gaye Su Akyol – Hologram

selten vorkommt) und einem jazzigen Trompeten-         Imparatorlugu LP (+DLC)/CD             17,75/15,75

Solo. Später kommen vermehrt Jazz-Inhalte              Orkesta Mendoza -

hinzu, in einem breakreichen Afro-Bläser-Sound         Vamos A Guarachar! LP (+DLC)/CD 17,75/15,75

abseits gängiger Kategorien (extrem spielfreudig,      Noura Mint Seymali –

geradezu lustvoll!). Dann vermindert sich zuneh-       Arbina LP (+DLC)/CD                    17,75/15,75

mend der Afro-Anteil, verschwindet teilweise.          Khmer Rouge Survivors -

Dafür tauchen hypnotisch pumpende Beats auf,           They Will Kill You, If You Cry LP +DLC/CD 17,75/15,75

abziehende wie statisch marschierende, Synthies        Afro-Haitian Experimental Orchestra –

from outer space, majestätische Bläser-Blöcke,         Afro-Haitian Experimental Orchestra 17,75/15,75

sogar Hard Rock-Riffs, kurz kakophonische Free         LP (+Download-Code)/CD.

Jazz-Spritzer, beinahe experimentelle Phasen           M.A.K.U. Soundsystem – Mezcla          17,75/15,75

(rhythmisch klasse vorwärtswirbelnd, vertrackt         LP (+Download-Code)/CD.

und superspannend, stärkerer Jazzeinfluß mit nur
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