Page 9 - Juni 2020
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Glitterbeat               9
           bis leicht hüpfend, dezent abgehackt monoton rhy-  Blues, fast schon catchy), ganz sachte, lyrisch und
           thmisierend, ebensolches vibrierendes tiefgelegtes  reduziert (gleichfalls folkig anmutend), federleicht
           Pochen,  sanfte  melodische  Linien,  alarmistisch-  in  schnellerem  Tempo  (bestechend!),  oder  sanft
           bedrohlich,  klangmalend  in  großem  Spektrum,  und einfach herrlich, atmosphärisch verzaubernd.
           sachte schwellend kongenial untermalend, mäch-  Neben  dem  Schlagwerk  bevorzugte  Begleitung:
           tig  tief  leise  grummelnd,  Drone-Tupfer);  zur  Akustische und (noch mehr!) elektrische Gitarren,
           Hälfte kommt ein Piano hinzu bzw. agiert 2x fast  die  weich-gleißend,  ungeheuer  zart,  Wah-Wah-
           alleine  (variabel,  einsame  Tropfen,  gar  mal  fast  verziert,  filigran,  hinreißend  feinfühlig  oder
           schon ein dezentes Hämmern…), je 1x verwendet  quecksilbrig ausfallen. Backing (Harmony) Vocals
           er   Harmonium   und   Gitarre   (verzerrte  begleiten  effektvoll.  Ein  ganz  exzellentes  Werk!
           Klangmalerei). Vieles davon funktioniert erstaun-  Vinyl im Klappcover. (dvd)
           lich  gut  (wenn  auch  nicht  alles),  manches  übt  Bantou mentale –
           schon  eine  suggestive  Wirkung  aus.  Die  Songs  Bantou Mentale  23,75/15,75
           klingen  sehr  dunkel  (durchgängig  getragen  oder  2-LP  (+DLC)/CD.  19er.  Aus  dem  Kongo,  aber
           düster,  aber  mit  lebhafteren  Aufhellungen)  bis  nicht wirklich typisch dafür, auch wenn es spora-
           schwermütig, setzen schweres Drama gegen leise  disch  Parallelen  zu  den  „Congotronics“-Sachen
           Zartheit,  oder  verbinden  tiefe  Melancholie  mit  (Konono No.1 etc.) gibt. Sondern ein sehr eigener
           Anmut  oder  Hoffnung,  zartes  Barmen  mit  noch  komplett  elektrischer  zeitgenössischer  Umgang
           mehr  Drama,  strahlen  poetische  Schönheit  aus.  mit Traditionen der Heimat (die brillant verwoben
           Ein  schönes,  gefühlsstarkes,  anrührendes  Werk.  werden, schon mal komplett entfallen, ansonsten
           Auf tak:til, dem Glitterbeat Sublabel. (dvd)   vornehmlich  im  Gesang  auftauchen  bzw.  in
           pulled By magnets –       Grooves/Polyrhythmen  enthalten  sind),  urban,
           Rose Golden Doorways  17,75/14,75  durchzogen  von  diversen  Club-Beats/westlichen
           LP/CD. 20er. Ein kleines Wunderwerk, neuartige  Grooves (nicht nur, wie gesagt: Auch afrikanische
           Musik,  ebensolche  Sounds.  Neues  Sax-Trio  von  Elemente),  schwer  bis  hackend,  leichtfüßig  tan-
           Seb  Rochford  (Sons  Of  Kemet,  Polar  Bear-  zend  bis  schleppend,  schnell  und  nervös,  relaxt
           Leader, aber auch Jobs für z.B. Adele, Brian Eno,  oder im zwingenden hypnotischen Fluß, mehrfach
           Rokia  Traore).  Extrem  viel  Hall  meist,  (dezent oder massiv) repetitiv. Manchmal hyper-
           Instrumente  werden  ständig  verfremdet/effektan-  modern wirkende Musik von großer Bandbreite:
           gereichert,  ohne  definierte  Führungsrollen  (oder  Schillernder  Space-(Afro-)Synth-Indie-Pop  mit
           Gesang). Ich zähle einfach mal auf: Jazz-Spuren  quecksilbrig perlenden/psychedelischen Gitarren,
           in  freigeistigem  rhythmisch  federnd/flexibel/aus-  abenteuerlicher hochaktueller Afro-Indie-Electro-
           differenziertem immens delikatem „Rock“, dabei  Dub-Stoff,  Afro-Groove  Rock  mit  reizvollsten
           zurückhaltend,  dunkel,  atmosphärisch  oder,  in  atmosphärischen   Breaks,   scharfsplittrige
           anderen  Tracks,  unter  Spannung  samt  Bass-  Gitarreneinwürfe treffen ein bischen Drum´n´Bass
           Ostinato und wirklich außergewöhnlichem freien  und  Pere  Ubu  und  tradierte Afro-Gesänge  (oder
           Sax  (ohne  Free  Jazz-mäßig  auszuflippen),  oder  so),  zeitgemäßer  Afro-Blues-Psychedelia-Rock
           mächtig  intensiv  ohne  wirklich  laut  oder  gar  (eingängig  und  tolle  Effektgitarren!),  dasselbe
           aggressiv  zu  werden.  Grellste  effektreiche  doch  ohne Blues, dafür flirrend, eine Afro-Reggae-Pop-
           kontrollierte  Free  Form-Gitarrenfreakouts,  ein  Mixtur  mit  Psyche-Schlieren,  schroffer  dunkler
           bischen experimentellen Sonic Youth-Sachen ver-  Club-Elektro-Rock  abseits  aller  Afrika-Pfade,
           wandt  (nur  sparsame/punktuelle  Drums;  ach  ja:  vielfältiger   Trad-grundierter   Afro-Rock…
           Die Gitarren sind der Bass!). Feature-Stücke für  Vielschichtig,  ideenreich  gestaltet,  zusammenge-
           Drums (leise, ganz kurz), Bass (düster, ruhig und  setzt und arrangiert, Electronics/Effekte super ein-
           leise),  (multiple)  Saxes  (extrem  Echo/Hall-gela-  gesetzt  (Hall/Echo  inklusive),  offensiver  aus-
           den, sachte, fast zart z.T.). Ein freisinniger sachter  drucksstarker Lead-Gesang samt mehrschichtigen
           suggestiver  ausdrucksstarker  sehr  reizvoller  teils  klasse  verschachtelten  Backing  Vocals/klei-
           Track,  bei  dem  das  Sax  partiell  wie  Keyboards  nen Chören (punktuell zudem manchmal mehrere
           klingt. Wunderbar getragen, beinahe majestätisch,  gleichberechtigte Lead-Vocals). Ein ganz hervor-
           im  Mittelteil  eher  Free  Rock  im  stetigen  Fluß.  ragendes Album! Vinyl im Klappcover. (dvd)
           Gewöhnungsbedürftig zunächst, aber von erhebli-
           chem  Reiz,  und  eigentlich  nie  stilistisch  richtig  Baba Zula – Derin Derin                               17,75/15,75
           greifbar. (dvd)           Sirom – A Universe That Roasts
           aziza Brahim – Sahari  17,75/15,75  Blossoms For A Horse  17,75/14,75
           LP (+DLC)/CD. 19er. Die Exil-Sahraui (eine mau-  Park Jiha – Philos  LP (+DLC)/CD              16,75/14,75
           retanische  Ethnie,  in  der  Musik  seit  jeher  eine  ltin Gün – Gece     LP (+DLC)/CD             17,75/15,75
           große  Bedeutung  genießt)  verbindet  Nord-  und  Mekons – Deserted     LP (+DLC)/CD        17,75/15,75
           (mehr) West-Afrika in ihrer ganz eigenen Singer-  Ifriqiyya Electrique –
           Songwriter-Sprache, ihre wunderbar phrasierende  Laylet El Booree     LP (+DLC)/CD                17,75/15,75
           Stimme,  z.T.  dezent  arabisch  getönt,  klar  und  Kel Assouf – Black Tenere  LP (+DLC)/CD 17,75/15,75
           höchst  souverän,  begeistert  ein  weiteres  Mal!  Ustad Saami –
           Dabei besitzt sie musikalisch für diese Musik eine  God Is Not A Terrorist  LP (+DLC)/CD        17,75/15,75
           ungewöhnlich große Spannbreite: Mal verwendet  Fofoulah – Daega Rek  LP (+DLC)/CD       17,75/15,75
           sie sehr deutlich westlich beeinflußte/aktualisierte  Gaye Su Akyol – Istikrarli
           Traditionen (wobei sie sporadisch selbst vor frei-  Hayal Hakikattir LP (+DLC)/CD                      17,75/15,75
           lich  dezenten  und  ganz  „natürlich“  wirkenden  Bixiga 70 –
           unaufdringlichen  Electro-Beats,  kombiniert  mit  Quebra Cabeca 2-LP (+DLC)/CD                   24,75/15,75
           der gewohnten Percussion, nicht zurückschreckt),  Stella Chiweshe – Kasawah-
           besonders weit geht sie in 2 Stücken, die Roots-  The Early Singles    LP (+DLC)/CD            17,75/15,75
           Reggae-Elemente entweder nahtlos einfließen las-  Yonatan Gat –
           sen  (in  elegant-geschwindem  Fluß/Groove)  oder  Universalists         LP (+DLC)/CD               17,75/15,75
           gar pur zelebrieren (relaxt, im weiblichen Duett).  Ammar 808 –
           Anderswo  klingt  es  ziemlich  kraftvoll,  ja  schon  Maghreb United    LP (+DLC)/CD                    17,75/15,75
           etwas rockig, samt kleiner Tuareg-Anleihen (nicht  Samba Toure – Wande  LP (+DLC)/CD      17,75/15,75
           vordergründig).  Letztere  tauchen  (in  geringem  Sonido Gallo Negro –
           Umfang) ein weiteres Mal auf, im Verein mit einer  Mambo Cosmico      LP (+DLC)/CD            17,75/15,75
           eingängigen/melodisch  packenden  besonderen  Park Jiha – Communion  LP (+DLC)/CD      17,75/15,75
           Sorte Afro (Groove) Pop. Auf der anderen Seite:  Dirtmusic –
           Ein urtraditionell wirkendes Stück, weich, einneh-  Bu Bir Ruya     LP (+DLC)/CD                     17,75/15,75
           mend,  poetisch,  der  Gesang  nur  von  Percussion  ToodArt –
           begleitet.  Hinzu  kommen  diverse  Balladen,  eine  Laissez Passer    LP (+DLC)/CD                  17,75/15,75
           schöner als die andere: Als so etwas wie nordafri-  Abatwa (The Pygmy) – Why Did We Stop
           kanischer  Songwriter-Folk  (poetisch,  ein  Hauch  Growing Tall?  LP (+DLC)/CD                      17,75/15,75
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